Am 22.2. beginnt das Brechtfestival 2019 in Augsburg. Es widmet sich dem Leben in der Großstadt und den Beziehungen der Menschen zueinander.

Bild-2-Brechtfestival-Ausburg-2019_Oratorium_Foto-Benjamin-Krieg Augsburg | Kommende Woche startet das Brechtfestival 2019 Augsburg Stadt Kunst & Kultur News Augsburg Bert Brecht Brechtfestival Augsburg Theater Augsburg | Presse Augsburg
She She Pop mit „Oratorium“. Bildnachweis: Benjamin Krieg

Unter dem Titel „Brechtfestival für Städtebewohner*innen“ erwartet das Publikum zehn Tage lang ein zeitgemäßes und vielseitiges Programm aus Theater, Performance, Literatur, Musik, Vorträgen und Workshops. Literarischer Ausgangspunkt ist Brechts Städtelyrik, insbesondere der Zyklus „Aus dem Lesebuch für Städtebewohner“ (1926/27). Brecht greift darin die Erfahrungen des modernen Menschen in den Städten auf. Das Brechtfestival spürt diesen Wahrnehmungen in der Gegenwart nach – an über 20 Orten in der ganzen Stadt. Elf Theaterproduktionen, sechs Literaturveranstaltungen, zwölf Konzerte im Rahmen der Langen Brechtnacht und viele weitere Veranstaltungen wollen unterhalten und inspirieren, spiegeln Themen aus Brechts Gedichten ins Heute: Konsum und Armut, Solidarität und Anonymität, Vereinzelung, Fülle, Gesellschaft, Eigentum und vieles mehr.

Schwerpunkt: Regie-Kollektive und erweiterter Theaterbegriff – Brecht 2.0

Beim Brechtfestival 2019 wird nicht nur Brecht gespielt oder gelesen – gezeigt wird vor allem zeitgenössisches Theater, das Brechts Theatertheorie und -praxis auf bemerkenswerte Weise weiterentwickelt. Dieser formale Schwerpunkt des Festivals sorgt für eine nie dagewesene Dichte an frei arbeitenden Gruppen, außergewöhnlichen performativen Produktionen, die als Weiterentwicklung des Epischen Theaters verstanden werden können, und renommierten Regie-Kollektiven in Augsburg. Beispielsweise begibt sich Raum+Zeit mit ihrer Eins-zu-Eins-Performance „Antigone::Comeback“ auf die Spuren Helen Weigels und Bertolt Brechts. „Colonia Digital“ von andcompany&Co. ist inspiriert von den sozialistischen Anfängen des Internets, Turbo Pascal fragt mit „Böse Häuser“ danach, wie wir mit Andersdenkenden umgehen. She She Pop zaubern mit „Oratorium“ klug und unterhaltsam ein brechtsches Lehrstück 2.0 auf die Bühne.