Augsburg macht sich auf den Weg zu einer inklusiven Stadt – Bürgerbeteiligung gefragt

Augsburg macht sich auf den Weg zu einer inklusiven Stadt. Ziel ist die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung im Sinne der UNO-Behindertenrechtskonvention. Dazu erarbeitet die Stadt zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern den „Aktionsplan Inklusion“. Eine Beteiligung ist auch online unter www.augsburg.de/inklusion möglich.

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Foto: Wolfgang Czech

Das öffentliche Beteiligungsverfahren mündet in einer Bürgerwerkstatt am Samstag, 14. Oktober, ab 9.30 Uhr, im Kongress am Park. Wer teilnehmen möchte, kann sich anmelden unter Tel. (0821) 324 4333 oder per E-Mail sozialplanung@augsburg.de.

„Obwohl sich im Lauf mehrerer Jahre schon einiges verbessert hat, stehen Menschen mit Behinderung in vielen Lebenssituationen noch immer vor Hindernissen. Sei es bei der Wohnungssuche, in Schule und Beruf, in Kultur und Freizeit, in der Mobilität. Der Aktionsplan Inklusion, den die Stadt erarbeitet, soll Hindernisse aufzeigen und Lösungsvorschläge sammeln. Die Maßnahmen, die daraus entstehen, nützen allen: Menschen mit und ohne Behinderung“, erklärt Bürgermeister und Sozialreferent Dr. Stefan Kiefer.

Bei der Bürgerwerkstatt werden die wichtigsten Gesichtspunkte des Themas Inklusion in sechs Arbeitsgruppen bearbeitet. Auch der bekannte Buchautor und Sportler Florian Sitzmann berichtet über „25 Jahre gelebte Inklusion“. Sitzmann hat als Jugendlicher bei einem Unfall beide Beine verloren. Er erzählt auf humorvolle und Mut machende Weise davon, wie er gelernt hat, mit der Behinderung umzugehen und welche Erfahrungen er im Alltag macht. Das Duo Tiefenbacher / Weh rundet die Veranstaltung musikalisch ab.

Das Fachwissen aller ist gefragt

„Menschen mit Behinderung werden heute stärker unter dem Blickwinkel der selbstverständlichen Zugehörigkeit gesehen. Die 2008 in Kraft getretene UN-Behindertenrechtskonvention hat ein Umdenken bewirkt“, erläutert Andrea Bayer, Inklusionsplanerin der Stadt, die Ausgangssituation. „Wir brauchen dazu die Bürgerschaft. Denn beim Thema Inklusion gibt es in der Stadtgesellschaft viele Akteure, deren Fachwissen wir einbeziehen wollen. Dazu zählen die Betroffenen selbst, ihre Angehörigen sowie Verbände und Selbsthilfegruppen. Aber auch alle Bürgerinnen und Bürger, die mit offenen Augen durch ihre Stadt gehen. Deshalb sind alle Interessierten und ihre Ideen herzlich willkommen“, so Bayer. Ende 2018 soll der Aktionsplan fertig sein.