Augsburg | Mann wegen Missbrauchs in der Zwangsehe verurteilt

Nach islamischen Riten ist es möglich, das Hochzeiten arrangiert werden. Auch Minderjährige werden so verheiratet. In einer solch vereinbarten Ehe kam es vor 13 Jahren in Augsburg zum Missbrauch eines damals 13-jährigen Mädchens durch ihren Cousin. Erst jetzt landete der Fall vor Gericht.

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Foto: Wolfgang Czech

In Teilen der islamischen Kultur ist es heute noch üblich, dass Eheschließung gegen den Willen eines oder beider Heiratenden stattfinden. Diese arrangierten Hochzeiten werden teilweise vor dem Erreichen der Ehemündigkeit beider Ehepartner abgeschlossen. Ein solcher Fall beschäftigte heute, nach über 13 Jahren, das Augsburger Amtsgericht.

Die zur Tatzeit 13 Jahre alte Geschädigte wurde mit ihrem Cousin, dem Angeklagten, nach islamischen Recht in Deutschland zwangsverheiratet. Zwischen Februar und Juni 2003 kam es – auch gegen den Willen der Geschädigten – in mindestens drei Fällen zu sexuellen Übergriffen des damals 32-jährigen Mannes.

Erst jetzt, über 13 Jahre später, wurde das Verbrechen vor Gericht gebracht. Der 45-jährige musste sich wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in 3 Fällen sowie Vergewaltigung vor dem Amtsgericht verantworten. Er wurde zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren mit Bewährung wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in 3 selbständigen Fällen, in einem Fall rechtlich zusammentreffend mit Vergewaltigung verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.