Augsburg | Mehrere hundert Menschen solidarisieren sich mit verfolgten Christen

Das Geläut des Augsburger Doms erklang, als heute Nachmittag mehrere hundert Menschen schweigend von der Kundgebung für verfolgte Christen auf dem Rathausplatz in Richtung Kathedrale zogen. Die Glocken schlugen sinnbildlich für die vielen tausend Christen, die um ihres Glaubens willen verfolgt, vertrieben und getötet worden sind.

bistum_Verfolgte-Christen-2015 Augsburg | Mehrere hundert Menschen solidarisieren sich mit verfolgten Christen News Augsburger Dom Dr. Kurt Gribl Rathausplatz verfolgte Christen Volker Kauder | Presse Augsburg
Foto: pba/Nicolas Schnall

Die Schirmherrschaft übernahm zum wiederholten Mal Augsburgs Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl. Für ihn sei diese inzwischen mehrjährige Tradition zu einer Veranstaltung des gegenseitigen Trostes geworden, die uns Mut und Zuversicht gäbe, so Gribl. Auf dem Rathausplatz verwiesen mehrere Vertreter aus Politik und Kirche, darunter Volker Kauder, der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, auf die aktuell prekäre Situation verfolgter und vertriebener Christen weltweit, speziell in Syrien und im Irak. Sie gaben gemeinsam mit den Teilnehmern der Kundgebung ein deutlich vernehmbares Zeugnis der Solidarität für die Glaubensgeschwister.

Kauder kam direkt aus New York von einem internationalen Parlamentariertreffen, das sich mit dem Thema Menschenrechte und Religionsfreiheit beschäftigte. Es müsse konkret vor Ort mehr Hilfe geleistet werden, bekräftigte er. Dies schließt für ihn eine Grundvoraussetzung ein: „Menschenrechte und Religionsfreiheit müssen gewährleistet sein. Denn es gibt auf der ganzen Welt keine Freiheit, wenn es keine Religionsfreiheit gibt.“ Auf Dauer sei es nicht möglich, mit Ländern zusammenzuarbeiten, die die Religionsfreiheit nicht garantierten. Deshalb ist es auch so wichtig, dass wir bei diesem Thema nicht schweigen, so Kauder.

Für den syrischen Jesuitenpater Ziad Hilal sei der beste Weg, seinem Heimatland zu helfen, der Kampf für Frieden. Nur so könne die Flüchtlingswelle gestoppt werden. Der Nahostreferent des katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“, Dr. Andrzej Halemba, betonte bei der Kundgebung, die meisten Menschen, die gegenwärtig mit den Flüchtlingsströmen nach Europa kämen, liebten ihre Heimat. „Sie wollen bleiben. Sie wollen Frieden. Sie wollen ihr Land nicht verlassen. Aber welche Zukunft haben sie dort?“