Augsburg Owls fliegen zum European Quidditch Cup

Die beim Hochschulsport der Universität Augsburg beheimateten „Augsburg Owls“ konnten sich am vergangenen Wochenende in Karlsruhe für den European Quidditch Cup (EQC) 2019 qualifizieren.  Die zwanzig besten Quidditchteams Deutschlands stritten sich um die acht zu vergebenden deutschen EQC-Startplätze.  Die Augsburger sind als klarer Außenseiter in das Qualifizierungstunier gestartet, da sie bei der deutschen Meisterschaft im Juni über einen enttäuschenden 21. Platz nicht hinausgekommen und in der Bayernliga nur den dritten Platz belegten.  Jetzt freut sich der Hochschulsport über die trotzdem erfolgreiche Qualifizierung zum internationalen Wettbewerb.Owls_Archiv_2 Augsburg Owls fliegen zum European Quidditch Cup Augsburg Stadt News Sport Augsburg Owls EQC Harry Potter European Quidditch Cup Quidditch Universität Augsburg | Presse Augsburg

Im Auftaktspiel gegen die Heidelberger Hellhounds gelang ein 70* – 40 Sieg bevor die Binger Beasts mit 170* – 40 klar geschlagen werden konnten. Anschließend gingen die Augsburg Owls nach einer verdienten Niederlage gegen die hochfavorisierten Rheinos Bonn am Ende des ersten Turniertages als Gruppenzweiter in das letzte Gruppenspiel gegen die Hamburg Werewolves. Hier gelang trotz deutlicher Feldunterlegenheit das Husarenstück:  Bei eigenem Rückstand beendete der Augsburger Sucher Michael Horejsi das Spiel durch einen überraschenden Schnatzfang. Die resultierende knappe 70 – 60* Niederlage verwandelte sich in einen strategischen Triumph, da die Owls damit Tabellenplatz zwei aufgrund der eben noch besseren Tordifferenz gegen die punktgleichen Hamburger und Heidelberger halten konnten.

Zu Beginn des zweiten Turniertags war dann der Traum von Europa bereits in greifbare Nähe gerückt. Er begann mit dem entscheidenden Duell gegen die in ihrer Gruppe ebenfalls zweitplatzierten USV Jena Jobberknolls. Am Ende des emotionalen Matches konnten die Zuschauer zuhause vor dem Livestream verfolgen, wie Sucher Horejsi – in der Schlussphase noch mit einer umstrittenen Zeitstrafe bedacht – die Nerven behielt und direkt nach seiner Rückkehr aufs Feld den entscheidenden Griff wagte. Der goldene Schnatz sicherte den Augsburg Owls den 120* – 60 Sieg und damit die Teilnahme am internationalen Wettbewerb. In den weiteren Platzierungsspielen folgten Niederlagen gegen den deutschen Meister Darmstadt Athenas sowie Looping Lux Leipzig. Die Schlussplatzierung sieben erreichten die Owls durch einen Sieg gegen den Hauptstadtclub Berlin Bluecaps im letzten Spiel. Die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb und der Platz sieben im deutschlandweiten Vergleich markieren den größten Erfolg der seit 2015 bestehenden Augsburg Owls.

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Der Augsburger Kapitän Wiglef Rehm sieht indes in der taktischen Reife und dem Teamspirit der Owls den Schlüssel zum Sensationserfolg: „Die Enttäuschungen bei der deutschen Meisterschaft haben uns als Team zusammengeschweißt. Wir haben in den brenzligen Momenten kollektiv die richtigen Entscheidungen getroffen und alles fürs Team gegeben.“ Die Gender Rule im Quidditch stellt sicher, dass alle Teams stets nur gemischtgeschlechtliche Aufstellungen aufs Feld bringen dürfen. Nach Ausfällen am ersten Tag war der ohnehin dünn besetze Kader vor allem bei den Frauen stark dezimiert. „Wie sich unsere Spielerinnen durch das Turnier gebissen haben, war unglaublich. Nur so konnten wir bis zuletzt unser körperbetontes Spiel aufrecht erhalten. Jede Position ist gleich wichtig fürs Team“, lobt Rehm die Einsatzbereitschaft der Spielerinnen und Spieler.

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Die Owls mit ihren Kontrahenten von Looping Lux Leipzig beim gemeinsamen Erinnerungsfoto

Owls-Coach Matthias Renner – selbst in Karlsruhe als Beater im Einsatz – erhofft sich von der Vorfreude auf den europäischen Wettbewerb auch neue Impulse für die Gewinnung neuer SportlerInnen beim Hochschulsport an der Universität Augsburg: „Die Euphorie können wir direkt vor dem Start der Kurse zum Wintersemester gut gebrauchen. Hoffentlich überträgt sich unsere Begeisterung gleich auf die Neulinge im Training“. Renner findet nicht nur die taktische Komplexität des Sports, bei dem bisweilen fünf Bälle gleichzeitig im Spiel sind, einzigartig: „Was die Quidditchfamilie wirklich ausmacht ist Fair Play und die Kultur des Miteinanders neben dem Platz“, so der österreichische Nationalspieler Renner.

Quidditch ist ein gemischtgeschlechtlicher Vollkontaktsport, der aus den Harry Potter Romanen stammt und seit 2005 auch in der realen Welt gespielt wird.

Weitere Ergebnisse zum Turnier in Karlsruhe, zu den Positionen und dem Regelwerk sowie zur im Quidditch üblichen Notation von Spielresultaten bietet die Website des Deutschen Quidditch-Bundes.