Augsburg | Rund 800 Gläubige feiern mit einer gemeinsamen Prozession Fronleichnam

Gemeinsam mit rund 800 Gläubigen hat heute Bischof Dr. Konrad Zdarsa im Hohen Dom zu Augsburg und während der anschließenden Prozession vorbei am Rathaus und durch die Maximilianstraße das Hochfest des Leibes und Blutes Christi gefeiert. In seiner Predigt erinnerte Bischof Konrad an den tieferen Sinn dieses Festes. Heute werde viel geredet, sagte er. Wir Menschen, zumal die Jüngeren, brauchten eine beeindruckende inspirierende Umgebung, um über das Äußere das Innere, über den Leib die Seele zu erheben. Aber wer habe Tiefgehenderes verkündet und gesagt und dabei durchaus die Sprache seiner Landsleute gesprochen als Jesus? Er habe beim Abschiedsmahl den Jüngern etwas sehr Wesentliches geschenkt: Brot und Wein seien bei jeder südländischen Mahlzeit in Gebrauch, so Bischof Konrad. Jesus habe sich den Menschen darin ausgeliefert, damit sie nach ihrem Gutdünken mit ihm verfahren. „All das darf ruhig in unsere Betrachtung eingehen“, betonte der Bischof. Und er fügte hinzu: „Wer sind wir denn? Und wie gehen denn wir mit ihm um?“

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Rund 800 Gläubige nahmen an der Prozession vorbei am Rathaus und durch die Maximilianstraße teil. | Foto: Wolfgang Czech

Nach dem Abendmahl sei Jesus zum Ölberg gegangen, nicht zu einer feierlichen Prozession. Vom Baldachin und goldenen Gefäßen, von Kerzen und Gesängen und Gebeten sei keine Rede gewesen. Bischof Konrad fragte deshalb, „ob die Menschen dieser unserer Stadt, unseres Landes, die die zahlreichen Fronleichnamsfeiern beobachten, noch wissen, was dieser Feier der katholischen Kirche, diesem traditionellen Brauch katholischer Volksfrömmigkeit letztlich zugrunde liegt?“ Ob sie wenigstens erahnten, wie wir damit umgehen? Ob wir sie wenigstens dafür gewinnen könnten, im Maße des Möglichen zu verstehen, „dass wir in dieser kleinen unscheinbaren Gestalt des Brotes den Herrn über Leben und Tod, Zeit und Ewigkeit, das Zentrum unseres Glaubens, Gipfel und Quelle allen christlichen Lebens verehren?“

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