Auf sie ist jedes Jahr Verlass. Wenn sie zum Heiligen Ulrich kommen und an seinem Grab den Wallfahrtsgottesdienst feiern, dann ist die Ulrichs-Basilika in Augsburg voll und es kommt immer wiedereine gute fröhliche Stimmung auf. Rund 800 Menschen mit Behinderungen aus den Einrichtungen, Werk- und Wohnstätten der Caritas, der Regens-Wagner-Stiftungen, des Dominikus-Ringeisenwerks, der Stiftung St. Johannes Schweinspoint, der Elisabethen-Stiftung sowie der Arche im Bistum Augsburg waren nach Augsburg gekommen.

Ulrichs-Gottesdienst20MmB-220Einzug Augsburg | Rund 800 Menschen mit Behinderungen feierten Ulrichs-Wallfahrtsgottesdienst Augsburg Stadt Kunst & Kultur News Augsburg Basilika St. Ulrich und Afra Behinderung Caritas Gottesdienst Wallfahrt | Presse Augsburg
Die Augsburger Ulrichsbasilika war voll besetzt: rund 800 Menschen mit Behinderungen aus dem ganzen Bistum war an das Grab des Heiligen Ulrich gekommen, um dort Gottesdienst zu feiern. Foto: Caritas Augsburg/Bernhard Gattner.

Ihr Gottesdienst stand unter dem Motto „Wir wollen spüren, was Gott sagt“. Die Verantwortlichen in der Seelsorge in den Einrichtungen haben bewusst das offizielle Motto „Wir wollen hören, was Gott sagt“ für sich abgewandelt. „Denn viele können nicht hören, weil sie taub sind“, so Christoph Hoffmann von der CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH. Augsburgs Diözesan-Caritasdirektor Domkapitular Dr. Andreas Magg, der dem Gottesdienst vorstand, sagte in seiner Begrüßung, dass Gott den Anstoß zum Spüren gebe. „Er neigt sich uns zu und lässt uns ihn fühlen, damit wir ihn wie der Heilige Ulrich gut kennen lernen können“.

Was es heißt, Gott zu hören, zu spüren und ihm eine Antwort zu geben, das zeigte die Tageslesung über die Berufung des Samuel im Alten Testament. Damit alle auch verstanden, was vorgelesen wurde, übersetzte nicht nur der Seelsorger für hörgeschädigte Menschen der Diözese Augsburg, Michael Geisberger, simultan die Gebärdensprache. Während ihr Gruppenleiter der Verpackungsgruppe Josef Vill die Lesung in Leichter Sprache vorlas, spielten Eddi Leis und Gertrud Fessler aus seiner Gruppe der Regens-Wagner-Werkstätten in Dillingen die Szenen nach. Hans-Jürgen Kern kam dabei die besondere Rolle zu, den Ruf Gottes an Samuel zu sprechen und damit Gott seine Stimme zu leihen. Ihr Hausseelsorger Stefan Schneid war nach dem Gottesdienst sichtlich stolz auf sein „Lesungsteam“.