Erneut sind gestern über 200 Menschen dem Aufruf des Augsburger Flüchtlingsrates gefolgt und haben damit nun schon zum siebten Mal gegen Abschiebungen von Flüchtlingen, besonders nach Afghanistan demonstriert.

In den vergangenen Wochen war es immer wieder zu umstrittenen Abschiebungen afghanischer Flüchtlinge in ihr Heimatland gekommen. Während die deutschen Behörden das Land als „sicher“ ansehen, wird dies von Flüchtlingsorganisationen angezweifelt. Und in der Tat lassen die Ereignisse der vergangenen Wochen daran zweifeln. Mitte April hatten die USA die größte nichtatomare Bombe über der Region Nangarhar in Afghanistan

abgeworfen. Vorvergangene Woche kamen bei einer Taliban-Attacke nahe Masar-i-Scharif weit mehr als 140

Menschen ums Leben. Dennoch startete am Montag erneut ein Abschiebeflieger von München nach Kabul.

„Wir werden nicht tatenlos dabei zusehen“, so der Sprecher des Flüchtlingsrates, „wie die Großzügigkeit der Willkommensmonate und das mitfühlende Werk von tausenden Freiwilligen zunichtegemacht wird“. Einem Demonstrationsaufruf für den gestrigen Samstag waren erneut über 200 Menschen gefolgt.

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Der Augsburger Flüchtlingsrat hat angekündigt in den kommenden Monaten und im Verbund mit zahlreichen sympathisierenden Initiativen und Organisationen der Stadtgesellschaft seine im Februar dieses Jahres gestartete Bleiberechtskampagne noch intensivieren. Die Organisatoren kritisieren dabei auch den Augsburger Oberbürgermeister Dr. Gribl, der einen an ihn überreichten Offenen Brief nach wie vor unbeantwortet gelassen hatte, hörte man aus den Reihen des Flüchtlingsrats.