Augsburg – Am Mittwoch (12.10.2022) kam es im Augsburger Stadtbereich wieder zu einer Welle von Schockanrufen. Der Schwerpunkt der Anrufe war in den Stadtteilen Pfersee/Hochfeld/Haunstetten. Durch die Anrufer, welche sich zumeist als Polizeibeamte ausgaben, wurde jeweils ein Autounfall eines nahen Verwandten vorgetäuscht, durch den eine Person schwer verletzt bis getötet wurde. Nun müsse für den Verwandten eine Kaution hinterlegt werden, damit dieser nicht ins Gefängnis komme. Mit einer Ausnahme erkannten die Angerufenen, dass es sich um eine Betrugsmasche handelt. In einem Fall wurde jedoch von der 59-jährigen Geschädigten ein niedriger vierstelliger Betrag überwiesen, bevor sie den Betrug erkannte und die Polizei informierte.

Vorbildlich verhielt sich eine aufmerksame Bankmitarbeiterin am gestrigen Mittwoch, die eine über 80-jährige Kundin vor einem Vermögensschaden in Höhe von mehr als 20.000 Euro bewahren konnte. Sie erkannte beim Auszahlvorgang die oben beschriebene Masche bei der verunsicherten und offenbar telefonisch in Kontakt mit dem Telefonbetrüger stehenden Kundin und informierte unverzüglich die Polizei. Als ein Polizeibeamter das Gespräch übernahm, legte der Betrüger sofort auf.

Mit weiteren Betrugsanrufen – insbesondere bei Seniorinnen und Senioren – auch in anderen Stadtteilen muss gerechnet werden.

Wertingen – Nachdem bereits am 12.10.2022 gegen 11.50 Uhr ein Schockanruf durch einen angeblichen Staatsanwalt bei einem Rentner aus Emmersacker scheiterte, meldete sich nun ein weiterer Anwohner aus dem Raum Wertingen, der ebenfalls einen Schockanruf am 12.10.2022 gegen 13.00 Uhr erhielt. Darin gab sich der Anrufer als Polizeibeamter der Polizei Berlin aus, zudem wurde eine Berliner Telefonnummer angezeigt. Der angebliche Polizist erklärte dem Wertinger, dass seine Tochter in Berlin eine Fahrradfahrerin gerammt hätte, diese sei daraufhin verstorben. Im Hintergrund war anschließend eine weinende Frauenstimme zu hören, die um Hilfe bat. Der Vater sollte nun eine Kaution von 130.000 Euro bezahlen. Für die Überweisung wurde ihm auch ein fingiertes Aktenzeichen genannt. Der Wertinger telefonierte daraufhin mit seinen Verwandten, die ihn auf den Betrugsversuch aufmerksam machten. Ein darauffolgendes Gespräch mit der Tochter bestätigte den Verdacht.

Wie man den Betrügern auf die Schliche kommt und sich richtig verhält: www.polizei-beratung.de

Generelle Tipps zum Verhalten bei Schockanrufen:

  • Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist: Rufen Sie die jeweilige Person unter der bisher bekannten und benutzten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.
  • Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert und übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.
  • Informieren Sie sofort die Polizei über die Notrufnummer 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt.
  • Wenn Sie doch Opfer geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.

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