Hat Kinderkrebshilfe-Vorstand Spenden eingesackt? – Prozessbeginn in Augsburg

Nach der Satzung war der Verein angetreten um gutes zu tun. Bei der Kinderkrebshilfe Bayern kam es aber zu Unregelmässigkeiten. Zwei Vorstandsmitglieder sollen Spenden veruntreut haben. Der Schaden soll im sechsstelligen Bereich liegen. Heute war Prozessbeginn in Augsburg.

2015-11-23-Kinderartztverfahren-–-03 Hat Kinderkrebshilfe-Vorstand Spenden eingesackt? - Prozessbeginn in Augsburg Augsburg Stadt News Newsletter Polizei & Co Anklage Kinderkrebshilfe Bayern Landgericht Augsburg Spenden Staatsanwaltschaft Augsburg Veruntreuung | Presse Augsburg
Symbolbild| Foto: Wolfgang Czech

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen zwei Mitglieder (weiblich, 49 Jahre und männlich, 38 Jahre) des Vorstandes der Kinderkrebshilfe Bayern e.V. wegen Betrugs und Untreue, jeweils gewerbsmäßig begangen, zum Landgericht Augsburg erhoben.

Den Angeklagten wird zur Last gelegt, in 152 (der Angeklagte) bzw. 80 Fällen (die Angeklagte) Fällen in der Zeit vom Januar 2016 bis Oktober 2017 Spender über die Verwendung der Gelder zur Unterstützung krebskranker Kinder getäuscht zu haben und für den Verein i.H.v. insgesamt über 160.000 EUR entgegengenommen zu haben, um sie entgegen dem satzungsgemäßen Vereinszweck für sich zu verwenden.

Zudem sollen die Angeklagten in der Zeit von Juli 2015 bis April 2017 in 87 Fällen (der Angeklagte) bzw. 59 Fällen (die Angeklagte) Überweisungen vom Konto des Förderverein in Höhe von insgesamt über 130.000 EUR für eigene Zwecke vorgenommen haben.

Prozess wurde heute eröffnet

Heute war erster Prozesstag vor dem Amtsgericht -Schöffengericht- Augsburg. Insgesamt legte die Staatsanwaltschaft den Angeklagten dabei neben den oben genannten Punkten der Untreue 80 bzw. 152- fachen Betrug

Das Strafgesetzbuch sieht für Betrug und Untreue jeweils Freiheitsstrafe von einem Monat bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vor. Bei gewerbsmäßiger Begehung erhöht sich der Strafrahmen auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Zwischen den Verfahrensbeteiligten Gespräche zur Vorbereitung einer verfahrensbeendigenden und verfahrensbeschleunigenden Verständigung geführt. Derartige Verständigungen sieht der Gesetzgeber in §257c StPO vor, um -wie im vorliegenden Verfahren- umfangreiche und langwierige Beweisaufnahmen zu verkürzen.

Gericht unterbreitet

Das Gericht machte in der heutigen Hauptverhandlung den Vorschlag den Prozessstoff bei der Angeklagten auf 59 Fälle der gewerbsmäßigen Untreue und bei dem Angeklagten auf 28 Fälle der gewerbsmäßigen Untreue zu beschränken. Für den Fall eines Geständnisses beider Angeklagten kann sich das Gericht eine Verständigung mit einer Gesamtstrafe nicht über 2 Jahren vorstellen, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wird. Als Bewährungsauflage schlug das Gericht eine Geldauflage zugunsten gemeinnütziger Organisationen in Höhe von 40.000 € bei jedem der Angeklagten vor. Schadenersatzansprüche bleiben davon unberührt.

Sämtliche Beteiligte haben nun bis zum Fortsetzungstermin am 14.02.2019 Zeit sich zu überlegen, ob für Sie eine derartige Verständigung in Betracht kommt und ob Sie sich im Fortsetzungstermin verständigen möchten.