Augsburg | Weitere Verlegungen angeordnet – Schließung des Seniorenheims Ebnerstraße rückt näher

Die Schließung des Seniorenheims Ebnerstraße rückt näher. Auch am heutigen Donnerstagabend werden aus der Einrichtung weitere zehn Bewohnerinnen und Bewohner in andere Alten- und Pflegeheime verlegt.

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Foto: Wolfgang Czech

Aufgrund zahlreicher Corona-Fälle – auch in den Reihen des Personals – ist im Seniorenheim Ebnerstraße die notwendige Qualität der Pflege nicht mehr gewährleistet. Daher hat die Fachstelle für Pflege und Behinderteneinrichtungen – Qualitätsentwicklung und Aufsicht (FQA) der Stadt Augsburg zunächst die Verlegung von Bewohnerinnen und Bewohnern mit der höchsten Pflegebedürftigkeit angeordnet.

Personal überwiegend positiv getestet

Laut Amtsarzt Dr. Thomas Wibmer ist mehr als die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner positiv auf Corona getestet, ebenso die Mehrheit des Personals. Aus diesem Grund war gestern und ist auch heute keine ausgebildete Pflegefachkraft mehr vor Ort, sondern lediglich Hilfspflegekräfte. Bei seinen Besuchen in der Einrichtung habe er teils sehr rüstige, teils sehr hilfebedürftige Menschen angetroffen. Eine Person habe ins Krankenhaus gebracht werden müssen.

Nur Verbesserungen können Schließung abwenden

In Zusammenarbeit mit der städtischen Altenhilfe hat die Heimaufsicht der Stadt eine Notbetreuung organisiert, die zunächst zwei Tage vorhält. „Es ist Aufgabe der Heimleitung
und des privaten Trägers für die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner zu sorgen. Wenn aber keine ordentliche Pflege durch den Einsatz von Fachkräften mehr garantiert werden kann und sich bis in zwei Tagen personell nichts zum Positiven wendet, muss das Haus in Kürze geschlossen werden“, macht Gesundheitsreferent Reiner Erben deutlich.

Unterbringung ist dauerhaft gesichert

Für diesen Fall müssen alle noch bis dahin in der Einrichtung verbliebenen Personen ausziehen. Sozialreferent Martin Schenkelberg verweist in diesem Zusammenhang auf den
intensiven Kontakt zur städtischen Altenhilfe und anderen großen Altenheimträgern: „Es muss sich niemand Sorgen machen. Allen Bewohnerinnen und Bewohnern aus dem Seniorenheim Ebnerstraße könnten in einem anderen Altenheim dauerhaft ein Platz angeboten werden. Alle Personen werden versorgt“, so Schenkelberg.

Heimschließung als letzte Konsequenz

Die Heimaufsicht der Stadt Augsburg ist nicht erst seit dem Corona-Ausbruchsgeschehen intensiv im Seniorenheim Ebnerstraße tätig. Die Einrichtung steht seit Anfang letzten Jahres unter intensiver Beobachtung, Begleitung und engmaschiger Kontrolle der Heimaufsicht. Grund dafür sind immer wieder aufgetretene Pflegemängel. Dagegen wurden
entsprechend den gesetzlichen Regelungen von der Heimaufsicht Maßnahmen angeordnet und überprüft. Solche möglichen Maßnahmen reichen von Änderungen im Prozessmanagement, über den Austausch von Führungskräften bis hin zur Anordnung von pflegerischen Maßnahmen auf einzelne Personen bezogenen mit entsprechender Androhung von Zwangsgeldern. Wenn alle diese gesetzlich vorgegebenen Schritte nicht zur Verbesserung der Situation beitragen, erst dann ist die Schließung der Einrichtung die letzte Konsequenz.

„Heimaufsicht über Mängel informieren!“

„Unsere Heimaufsicht kommt ihrer Kontrollfunktion nach und tut alles, um Qualitätsmängel in der Pflege zu sanktionieren und abzustellen. Der Weg von der Anordnung von Maßnahmen, zur Fristsetzung und erneuter Kontrolle, möglichen Verbesserungen und erneuter Mängelkontrolle bis zur möglichen Schließung ist ein mühsamer Weg, der aber gesetzlich so vorgeschrieben ist. Hilfreich wäre in jedem Fall, wenn sich Angehörige wie auch Bewohnerinnen und Bewohner bei der Heimleitung über Mängel nicht nur beschweren, sondern auch die Heimaufsicht darüber informieren würden, anstatt zu schweigen“, so Gesundheitsreferent Reiner Erben.