Weihbischof Florian Wörner hat gestern Nachmittag 91 neue Religionslehrerinnen und Religionslehrer in den kirchlichen Dienst entsandt. Der Leiter der „Hauptabteilung Schule“ verlieh den Kandidaten während eines feierlichen Gottesdienstes im Augsburger Dom die „Missio Canonica“ und damit die kirchliche Erlaubnis, katholische Religion zu unterrichten. „Missio bedeutet Sendung und Sie, liebe Missio-Empfänger schickt der Himmel. Es ist gut, dass Sie heute hier sind“, wandte sich der Weihbischof in seiner Predigt an die Kandidaten.

Weihbischof-Florian-Wörner-hat-heute-91-Religionslehrerinnen-und-Religionslehrer-in-den-kirchlichen-Dienst-entsandt.-Foto_Simone-Zwikirsch_pba Augsburger Dom | 91 Religionslehrer erhalten die kirchliche Lehrerlaubnis „Missio Canonica“ Augsburg Stadt Campus Kunst & Kultur News Bistum Augsburg Diözese Augsburg Florian Wörner Missio Canonica Religionslehrer | Presse Augsburg
Weihbischof Florian Wörner hat gestern 91 Religionslehrerinnen und Religionslehrerin den kirchlichen Dienst entsandt. | Foto: Simone Zwikirsch/pba

Wir alle, so der Weihbischof weiter, seien aber nicht ohne Grund hier. „Gott ist es, dem wir uns verdanken und seine Liebe ist der Grund, warum wir da sind.“ Zugleich habe Gott auch einen Plan mit uns, „eine Berufung, eine Bestimmung, die in mich hineingelegt ist, um sie zu erfüllen.“  Bezugnehmend auf die Lesung aus dem Petrusbrief benannte Weihbischof Wörner auch den Gegenstand unserer Berufung: „Wir sind hier um Segen zu erlangen und Segen zu sein.“ Dazu seien auch die Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern, die den Kandidaten künftig anvertraut sein werden, berufen, betonte er. „Und wir dürfen mithelfen, dass diese Berufung verwirklicht wird. Wir dürfen Jesus zur Hand gehen, wenn es darum geht, Kindern und Jugendlichen das Reich Gottes zu erschließen. Wir dürfen ihm unsere Stimme leihen, wenn es darum geht, davon zu erzählen und wir dürfen begeistern für die Nachfolge Jesu, fürs Jünger sein. – Was für eine Mission!“

Im Hinblick auf diesen wichtigen Auftrag ermutigte Weihbischof Wörner die Kandidaten aber auch, keine Angst vor der hohen Verantwortung zu haben. „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Abgesehen davon müssen wir auch keine Meister sein, wir sind ja Jünger und er, Jesus, ist der Meister.“ Dies gehe auch aus dem zuvor im Evangelium gehörten Sendungsauftrag Jesu an seine Jünger nach Matthäus hervor. Bevor die Jünger den verantwortungsvollen Auftrag erhielten, zu den Völkern zu gehen und die frohe Botschaft zu verkündigen, seien sie erstmal vor Jesus, ihrem Herrn, niedergefallen. „Vor dem Herrn niederfallen heißt anerkennen, du Jesus bist Herr. Du bist Meister und nicht ich!“, verdeutlichte Weihbischof Wörner. Menschen, die vor Gott niederfallen machten häufig die Erfahrung, dass sie dadurch aufgerichtet werden und Kraft, Mut und Fähigkeit erlangen, ihrem Ruf, ihrer Mission und ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Darum rate er auch den Missio-Empfängern, immer wieder vor Gott niederzufallen, und ihm die Ehre zu geben im Gebet, in der Schriftlesung, der Mitfeier des Gottesdienstes und auch in einem respektvollen Umgang mit anderen Menschen.

Die „Missio Canonica“ wurde Lehrerinnen und Lehrern aus verschiedenen Schulgruppen erteilt: fünf der insgesamt 91 Junglehrer wurden für den Religionsunterricht an kirchlichen Schulen beauftragt. Im kirchlichen oder staatlichen Dienst stehen neun Kandidaten, die die Lehrerlaubnis für Berufliche Schulen erhielten. 86 Kandidaten wurde die „Missio Canonica“ für den Unterricht an staatlichen Schulen verliehen: 26 an Grundschulen, 15 an Mittelschulen, fünf an Förderschulen, 16 an Realschulen und neun an Gymnasien. Sechs Lehrer/-innen haben die „Missio Canonica“ nachträglich erworben.