Die FDP hat sich am Wochenende in Augsburg für die anstehenden Landtags- und Bezirkswahlen aufgestellt.

Bei der Stimmkreisversammlung der Liberalen im Kongress am Park wählten die FDP-Mitglieder  Ralf Neugschwender und Karlheinz Faller zu Direktkandidaten für die Landtags-Stimmkreise Augsburg-Stadt West und Augsburg-Stadt Ost. Neugschwender führt als Kreisvorsitzender die Liberalen in Augsburg-Stadt. Faller, ein gebürtiger Augsburger, ist stellvertretender Bezirksvorsitzender der FDP Schwaben, Kreisvorsitzender in Aichach-Friedberg und dort auch Kreisrat.

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Ralf Neugschwender (Direktkandidat Augsburg-West) und rechts Karlheinz Faller (Direktkandidat Augsburg-Ost)

Bei der Aufstellungsveranstaltung für den Stimmkreis Augsburg-Stadt West machte Neugschwender in seiner Bewerbungsrede deutlich, dass er sich vor allem um die liberalen Kernthemen Bildung, Digitalisierung und Mittelstand kümmern will. Der 43-jährige, der beruflich als Geschäftsführer eines Lehrerverbandes tätig ist, will sich für eine verbesserte Digitalisierung der Schulen einsetzen. Die Pandemie habe gezeigt, dass die bayerische Staatsregierung die Schulen sträflich vernachlässigt habe. „Es kann nicht sein, dass die Wahl der Schule darüber entscheidet, ob Unterricht mit digitalen Medien Standard ist oder eben nicht.“ Ziel der FDP sei es, gleichwertige Bedingungen in Bayern zu schaffen. Hierbei sei der Freistaat in besonderer Weise gefragt, da Bildung in der Länderhoheit liege.

Als ein wichtiges Infrastrukturprojekt für die regionale Wirtschaft sieht Neugschwender die geplante Neubautrasse im Bahnprojekt Augsburg-Ulm. Er  mahnte: „Wir dürfen das Projekt jetzt nicht schlechtreden, sondern müssen die Chancen für den Großraum Augsburg und ganz Schwaben in den Mittelpunkt stellen. Wer die grundlegenden Ziele des Projekts immer wieder neu diskutieren oder zusätzliche Ziele ins Projekt aufnehmen will, hat auch zu verantworten, wenn jahrelang nichts passieren wird.“ Im Landtagswahlkampf werde er von München einfordern, dass die Menschen in der Region vom Neubauprojekt profitieren. „Wir erwarten dazu endlich klare Aussagen der bayerischen Staatsregierung hinsichtlich des Nahverkehrs – der liegt nämlich in der Zuständigkeit des Landes“, so Neugschwender. Wenn durch die Neubaustrecke mehr Kapazität auf der Bestandsstrecke frei wird, müsse der Nahverkehr einen höheren Takt oder bessere Anschlüsse für Pendler erhalten. „Für mich ist klar, dass die Staatsregierung den Regionalverkehr auf der Bestandsstrecke nicht aufs Abstellgleis schieben darf.“

Bei der Aufstellungsveranstaltung für den Stimmkreis Augsburg-Stadt Ost beklagte der Bildungs- und Arbeitsmarktexperte Karlheinz Faller die Ungleichbehandlung von akademischer und beruflicher Bildung, die zum Fachkräftemangel in Handwerk und Industrie beitrage. „Es ist nicht gerecht, dass ein Studium an Universitäten und Hochschulen von der Allgemeinheit finanziert wird, sich junge Menschen, die gerade eine Familie gründen, für eine Meisterprüfung aber erheblich verschulden müssen.“ Die mittelständischen Unternehmen, für die der Arbeitskräftemangel teilweise existenzgefährdend sei, müssten stärker bei der Erschließung von Arbeitskräftepotenzialen im Inland, aber auch bei der Anwerbung von Fach- und Arbeitskräften aus dem Ausland unterstützt werden, so der frühere Geschäftsführer der Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz).

„Alleine die Zuzugsregelungen zu ändern genüge nicht. Zwischen den starken Volkswirtschaften der Welt findet längst ein Wettbewerb um die motiviertesten und besten Köpfe statt“, so Faller. Weiterhin ging er auch auf die aktuelle Energiesituation ein. Von der Gaspreisbremse erwarte Faller eine Entlastung der privaten Haushalte aber auch der Unternehmen, insbesondere derjenigen mit hohem Energiebedarf. In der aktuellen Lage sei die Unterstützung für der Unternehmen auch eine soziale Aufgabe sowohl in Hinsicht auf die Erhaltung von Arbeitsplätzen als auch der Sicherung  der Versorgung der Menschen mit Produkten und Dienstleistungen.

Neben Faller und Neugschwender wurden Julia Franke-Wagner (West) und Alexander Meyer (Ost) als Stimmkreiskandidaten gewählt. Für die Bezirkswahl treten Carola Nagel-Knoblach (West) und Jessica Schreyer (Ost) als Direktkandidatinnen an. Für die Liste wurden Guido Immler (West) und Dr. Jürgen Geppert (Ost) gewählt.