Augsburger Klimaschutzziele: Ohne „Bildung für mehr Nachhaltigkeit“ geht es nicht!

Am Donnerstag, den 17.12.2020, berät der Augsburger Stadtrat über ein „Sofortprogramm Klimaschutz“. Die richtigen und wichtigen selbstgesteckten Ziele der Stadt können aber ohne entsprechende Programme zur „Bewusstseinsbildung für mehr Nachhaltigkeit“ nicht erreicht werden. Umso wichtiger ist daher die zukünftige Aufgabe des neuen Umweltbildungszentrums, das sich derzeit im Bau befindet.Co2 3139230 1280 Scaled

Nach dem Willen der Augsburger Stadtregierung soll Augsburg Klimahauptstadt werden. Das „Sofortprogramm Klimaschutz“, dass am 17.12.2020 im Stadtrat vorgestellt wird, formuliert klare Ziele für die nächsten 10 Jahre. Ein wesentlicher Punkt ist dabei die Halbierung des Kohlendioxid-Ausstoßes pro Einwohner von rund 7,43 auf 4,75 Tonnen jährlich. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen unter anderem Energiestandards festgelegt und ggf. die Einführung einer Solarpflicht für Gebäude erwogen werden.

Der Landschaftspflegeverband und die Umweltstation Augsburg begrüßen diese Zielsetzungen ausdrücklich. Denn ohne Trendwende werden die Folgen des Klimawandels und des Artensterbens für unsere natürlichen Lebensgrundlagen weitaus dramatischer als das, was wir gerade in der Coronakrise erleben. Erste Vorboten dieser Veränderungen sind schon heute im Stadtgebiet zu sehen und zu messen.

Eines muss klar sein: Das ehrgeizige Ziel der CO2-Reduktion lässt sich nur mit tatkräftiger Mitwirkung der Augsburger Bürgerinnen und Bürger erreichen. In den angestrebten rund fünf Tonnen CO2-Emission pro Jahr und Einwohner*in befinden sich nur zwei Tonnen im Steuerungsbereich der Kommune. Hierzu zählen vor allem der Wohnungsbau, der öffentliche Konsum und – bis zu einem gewissen Maß – der Verkehr. Die restlichen drei Tonnen liegen im persönlichen Handlungsspielraum der Einwohner*innen selbst.

Wichtige Handlungsfelder sind Ernährung, Heizung, Mobilität und privater Konsum. Hinzu kommt noch die bittere Erkenntnis, dass wir auch mit 4,75 Tonnen noch weit entfernt von den global „gerechten“ zwei Tonnen CO2 pro Jahr und Erdenbewohner*in sind und wir uns deswegen keine „ungenutzten“ Reduktionspotentiale leisten können.Was es daher zusätzlich dringend braucht, ist ein gesamtgesellschaftlicher Bewusstseinswandel, der sich auf möglichst viele alltägliche Konsumentscheidungen auswirkt. Dieser Bewusstseinswandel kann nur durch „Bildung für mehr Nachhaltigkeit“ erreicht werden, denn Klimaschutz ohne mehr Nachhaltigkeit kann langfristig nicht funktionieren. Diese „Bildung für Nachhaltigkeit“ ist nicht nur ein Thema für Schulen und Universitäten. Sie muss sich an alle Bevölkerungs-und Altersgruppen richten. Uns fehlt schlicht und einfach die Zeit, darauf zu warten, dass die heutigen Schüler*innen in Zukunft die von den vorherigen Generationen verursachten Probleme lösen.