Es sah schon früh nach einem bitten Abend für die Augsburger Panther aus, doch der AEV zeigte Moral. Nach einem 0:4-Rückstand kämpfte sich Augsburg zurück und sicherte sich einen Punkt in Wolfsburg.

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Panther-Keeper Roy musste verletzt vom Eis Archivbild: Wolfgang Czech

Die Augsburger Panther erwischten am Freitagabend einen Horrorstart. Bei den Grizzlys Wolfsburg fand Augsburg im ersten Drittel keinen Fuß auf das Eis gebracht, es funktioniert nichts. Anders bei den vom früheren Panther-Coach Mike Stewart trainierten Niedersachsen. Bereits nach vier Minuten geriet Augsburg durch ein Kontertor von DeSousa in Rückstand. Zu allem Überfluss musste AEV-Schlussmann Roy bereits nach einer guten Viertelstunde verletzt vom Eis. Nachdem sein Vertreter Keller bereits nach der ersten Aktion hinter sich greifen musste, schienen die Weichen gestellt. Fauser hatte eingeschoben. Als Button kurz vor und Gaudet knapp nach der Pause die Anzeigetafel auf 4:0 stellen konnten, schien die Partie bereits nach 22. Minuten gelaufen.

Charakter und Moral

Die Augsburger Panther zeigten aber Charakter und Moral. Trotz des klaren Rückstands gaben sie nicht auf, nachdem Campbell einen Lamb-Schuss im Powerplay zum ersten Gästetreffer abfälschen konnte, keimte zudem ehrliche Hoffnung auf (27.). Als Trevelyan nach einem Fehler der EHC-Defensive nachlegen konnte war der AEV zurück im Spiel. Wolfsburg tat sich gegen die nun stabile Defensive um den guten Keller schwer. Als Haase nur Sekunden vor der Pause die Scheibe von der blauen Linie zum 3:4 in die Maschen genagelt hatte, wackelten die Hausherren endgültig.

Spannung im Schlussdrittel

Die Panther hatten Blut geleckt, sie drückten auch nach dem letzten Seitenwechsel auf das Tor von Nationalkeeper Dustin Strahlmeier. Mit der mit Abstand besten Kombination des Abends gelang ihnen tatsächlich das Unmögliche. Nach 0:4 hatten die Schwaben tatsächlich ausgeglichen. McClure hatte Puempel sehenswert in Szene gesetzt, der NHL-erfahrene Kanadier ließ dem Grizzlys-Keeper mit einem platzierten Handgelenksschuss in den rechten Torwinkel keine Abwehrchance (44.). Hochverdient! Beide Teams wollten in der Folge den Sieg. Während Wolfsburg aber nicht bereit war, auch noch den letzten Punkt abzugeben, wollte Augsburg den errungenen Zähler nicht wieder aufs Spiel setzen. Fünf Minuten vor dem Ende konnten die Hausherren dann aber doch noch einmal in Führung gehen. DeSousa hatte einen Konter nützen können.

War die famose Aufholjagd nun doch vergebens gewesen? Mitnichten! Dem AEV gelang erneut das Comeback. Clarke hatte 110 Sekunden vor dem Ende einen Schuss unhaltbar ins Tor abgefälscht. 5:5 nach verrückten sechzig Spielminuten, der Sieger wurde in der Overtime bestimmt. Der Zusatzpunkt blieb in der Autostadt Melchiori konnte einen schnellen Gegenstoß zur Entscheidung nützen.

Der Punktgewinn beim Tabellenzweiten und die Art und Weise, wie er erobert wurde, machen Mut für die weiteren Aufgaben. Bereits morgen (19 Uhr) geht es gegen Nürnberg wieder um Zählbares.

AEV: Roy, Keller – Lamb, Haase, Kharboutli, Valentine, Rogl, Graham, Länger – Payerl, Eisenmenger Magnus, LeBlanc, Stieler, Trevelyan, Eisenmenger Maximilian, Clarke, Puempel, Saponari, Campbell, Nehring, McClure

Tore: 1:0 DeSousa (Hungerecker/Button) 4., 2:0 Fauser (Gaudet/Rech) 15., 3:0 Button (Festerling/Rech) 18., 4:0 Gaudet (Rech/Bittner) 22., 4:1 Campbell (Lamb) 27., 4:2 Trevelyan (McClure) 34., 4:3 Haase (Graham) 39., 4:4 Puempel (McClure/Graham) 44., 5:4 DeSousa (Machacek/Furchner) 55., 5:5 Clarke (Haase/Campbell) 59., 6:5 Melchiori (Machacek/Gaudet) 62.

Schiedsrichter: Huunius, Rantala | Gerth, Laudan Strafzeiten: Wolfsburg  6 – Augsburg 4

Zuschauer: 1.810