Kaum einer hätte wohl noch einen Cent auf den Klassenerhalt der Augsburger Panther gesetzt, jetzt wurde er doch noch zur Realität. Nach Krefeld scheiterte mit den Kassel Huskies das letzte aufstiegsberechtigte Team im Finale der DEL2. Der AEV bleibt erstklassig.

Es war bisher ein schreckliches Jahr 2024 der Augsburger Panther. Nach verschiedensten Niederlagenserien und extrem schwachen Saisonabschluss landete der AEV nach dem Ende der DEL-Hauptrunde verdientermaßen auf dem letzten Platz. Die Rot-grün-weißen konnten aber noch auf den Klassenerhalt durch die Hintertüre hoffen. Mit Vorjahres-Absteiger Bietigheim, Kassel, Krefeld und Dresden hatten aber nur vier DEL2-Teams die Lizenz für die erste Liga beantragt, würde einer aus diesem Quartett Meister, ging es für Augsburg ein Stockwerk tiefer weiter.
Die Ausgangslage
Weder die Steelers aus Bietigheim, noch Dresden konnten aber ins Aufstiegsrennen eingreifen. Das Team aus Baden-Württemberg wurde nach dem Abstieg aus der DEL sogar in die Oberliga durchgereicht, Dresden fand sich ebenfalls in der Abstiegsrunde wieder. Es blieben somit nur noch zwei Teams in der Verlosung. Während dem Hauptrunden-Sechsten aus Krefeld die Konstanz fehlte, waren die Kassel Huskies mit letztlich 100 Punkten verdient zum zweiten Mal in Folge Sieger der Hauptrunde. Die Dominanz ließ eigentlich kaum Zweifel am möglichen Aufstieg der Schlittenhunde aus Nordhessen zu. Es kam schließlich aber doch anders.
Augsburg feiert mit Regensburg
Die Krefeld Pinguine schieden bereits im Viertelfinale vorzeitig aus dem Rennen aus. Nach einer spannenden Serie gegen Crimmitschau mussten sie nach 3:4-Siegen die Segel streichen. Die Hoffnung bei den Fans der Augsburger Panther wuchs an, doch noch war Kassel im Wettbewerb.
Der hohe Favorit Kassel hatte es wie im Vorjahr im Viertelfinale mit den Lausitzer Füchse Weißwasser zu tun bekommen. Der ECK tat sich deutlich schwer, konnte aber nach sieben Spielen in die Vorschlussrunde einziehen. Im Halbfinale machten die Schlittenhunde mit Kaufbeuren kurzen Prozess (4:1 Siege). In der Finalserie wartete gegen den Hauptrundenzweiten aus Regensburg der härteste Brocken auf Kassel. Mit 2:1-Siegen hatten die Huskies die Serie bereits angeführt, doch die Eisbären blieben cool. Mit zwei Erfolgen in Folge drehte die Oberpfälzer die Serie und sicherten sich Matchpucks. Die Nerven in Kassel lagen blank. Trainer Bill Stewart wurde mitten in der Finalserie gefeuert, mit dem Duo Sven Valenti/Daniel Kreutzer übernahmen zwei Ex-Spieler für die restliche Runde. Es half alles nichts: Die Eisbären Regensburg blieben ruhig und sicherten sich am Dienstag vor eigenem Publikum zum ersten Mal die Meisterschaft in der DEL2. In einem spannenden sechsten Finalspiel siegten die Oberpfälzer mit 4:2.

Aufstiegsberechtigt sind die Rot-weißen aufgrund der fehlenden Erstligalizenz aber nicht und Augsburg durfte mitfeiern. Die Panther feiern, wie im Vorjahr, den Klassenerhalt durch die Hintertüre und dürfen auch ein 31. Jahr in Folge in der Deutschen Eishockey Liga an den Start gehen.
“Für unsere sportlichen Planungen ist es wichtig, dass wir jetzt Gewissheit haben. Wir werden die Herausforderung PENNY DEL mit der nötigen Demut, aber auch mit entsprechendem Ehrgeiz angehen und uns personell bestmöglich aufstellen. In den kommenden Tagen und Wochen wird unser neues Team Stück für Stück ein Gesicht bekommen”, so der neue Sportdirektor Larry Mitchell nach dem entscheidenden Finalspiel.

Vieles muss sich ändern
Die Freude über den Klassenerhalt durch die Hintertüre darf aber die negativen Dinge der abgelaufenen Spielzeit nicht überdecken. Ein echter Neuanfang muss die Zuschauer im Schleifgraben wieder begeistern. Eine Mannschaft, die in der kommenden Spielzeit nichts mit den Abstiegsrängen zu tun hat, muss vom neuen sportlichen Verantwortlichen Larry Mitchell auf die Beine gestellt werden, dafür muss ihm durch Hauptgesellschafter Lothar Sigl der Handlungsspielraum gelassen werden.

