Ein Sieg in der vergangenen Woche gegen Iserlohn war, in Anbetracht der vorausgegangenen Niederlagen, zu wenig für die Augsburger Panther um die Playoff-Chancen wirklich aufrecht erhalten zu können. Da kam das heutige bayerische Derby gegen den ERC Ingolstadt gerade richtig, um den in dieser Saison oftmals enttäuschten Fans ein Spektakel zu bieten. Sie bekamen 13(!!!) Tore und ständige Führungswechsel zu sehen. Am Ende musste sich der AEV Ingolstadt knapp mit 6:7 geschlagen geben.

AEV_Ingolstadt_230115_0064 Augsburger Panther verlieren spektakuläres Bayernderby knapp Augsburger Panther News Sport AEV Augsburger Panther DEL Derby Eishockey ERC Ingolstadt | Presse Augsburg
Schade! Der AEV hatte heute alles gegeben und musste sich doch knapp geschlagen geben. Hier zeigt sich Angreifer Ivan Ciernik enttäuscht. | Foto: Andreas Klein

Sahen die Zuschauer in der vergangenen Woche im 1. Drittel noch „Schlafwagen-Eishockey“, so legten beide Teams heute los wie die sprichwörtliche Eisenbahn. In einer temporeichen Anfangsphase war es der amtierende Meister Ingolstadt, der durch die erste nennenswerte Situation zu einer frühen Führung kam. Periard und Buck hatten Taticek schön frei gespielt, der wenig Mühe beim Abschluss hatte (4.). Nur drei Minuten später hatten die Fuggerstädter aber schon die passende Antwort parat. Machacek traf per Schlagschuss von der blauen Linie. Auch dieser Spielstand hielt wiederum nur weitere drei Minuten. Picard schlenzte die Scheibe in einer unübersichtlichen Situation Richtung AEV-Tor und Gawlik konnte den Abpraller zur erneuten Gästeführung verwerten. Der 3-Minuten-Takt hielt aber auch in der Folge. Erneut war es Machacek der von der blauen Linie abzog. Trevelyan fälschte diesen Versuch für ERC-Keeper Pielmeier unhaltbar zum 2:2-Pausenstand ab. Einem Schlittschuhtreffer von Periard hatte das Schiedsrichtergespann 2,5 Minuten vor der Pause dieses spektakulären Drittels die Anerkennung verweigert.

Und auch im zweiten Drittel konnten die 5.835 Zuschauer ein spannendes Bayernderby verfolgen. Bereits 19 Sekunden nach dem Wiederbeginn ging Augsburg erstmals an diesem Abend nach einem Schuss von Lamb, den DaSilva unhaltbar für Pielmeier abgefälscht hatte, in Führung. Und auch danach gehörte die Auftaktphase des Mitteldrittels den Jungs vom Schlefigraben. In einer doppelten Überzahl verpassten sie es allerdings die Führung weiter auszubauen, doch kaum war der ERC komplett flatterte der Puck doch im Tornetz. Schäffler ließ einen Seifert-Schuss zu Trevelyan abtropfen, der ohne Mühe am bereits geschlagenen Schlussmann vorbei einschieben konnte. Es dauerte dann einige Zeit, bis sich die Oberbayern von diesem frühen Schlag erholt hatten. Augsburg hatte weiter mehr Spielanteile. Scheinbar fühlten sie sich dadurch aber zu sicher und ließen Ross frei auf Mason zulaufen. Augsburgs Schlussmann hatte heute nicht gerade seinen besten Tag erwischt und griff neben die Scheibe. Wenig später lies die Augsburger Hintermannschaft in Unterzahl auch MacMurchy frei von der blauen Linie durchstarten. Der ERC-Angreifer war schneller als sein Gegenspieler Jobke und verlud anschließend Mason mit einer Körpertäuschung. Dank zweier „Tiefschlafphasen“ kam Ingolstadt zum nicht unverdienten Ausgleich. Dies wäre allerdings nicht nötig gewesen. Augsburg agierte in der Offensive durchaus gefällig und erspielte sich seinerseits die ein oder andere weitere Gelegenheit, verpasste es aber noch in diesem Abschnitt erneut zu treffen.

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Schäffler ließ einen Seifert-Schuss zu Trevelyan (rotes Trikot) abtropfen, der ohne Mühe am bereits geschlagenen Schlussmann vorbei einschieben konnte. | Foto: Andreas Klein

Nach dem Pausentee holten sie dies aber nach. Breitkreuz brachte die Rot-grün-weißen mit seinem vierten Saisontreffer wieder in Führung, die allerdings nur eine knappe Minute Bestand hatte. Ross konnte nach feiner Vorlage Kohls erneut ausgleichen. Doch damit nicht genug. Jetzt waren es wieder die Weiß-baluen,die an diesem „Tag des offenen Tores“ die Partie durch ein Powerplay-Tor von Szwez gedreht hatten. Sollte es das schon gewesen sein? Zog der Favorit nun davon? Nicht an diesem Abend. Auch jetzt Schlug das „Schicksalspendel“ wieder um. Machacek arbeitete sich in die  Ingolstädter Angriffszone und brachte die Scheibe zu Schäffler der vors Tor gerauscht kam. Er machte das Dutzend komplett. Zwölf Treffer hatten die Fans bisher bejubeln dürfen, noch immer stand der Sieger in diesem Spektakel nicht fest.

Auch als Boucher den Puck Mason per Rückhand zum 6:7 durch die Beine schieben konnte (52.), war  noch keine Entscheidung gefallen. Augsburg versuchte alles um nochmals ein Comeback zu schaffen. Doch am Ende reichte es nach großem Kampf nicht ganz. Normalerweise sollten sechs Treffer für einen Sieg genügen, aber nicht heute. Es blieb schlussendlich beim knappen 7:6-Auswärtssieg der „Schanzer-Panther“.

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Am Ende traf Ingolstadt einmal mehr und durfte feiern. Hier das 6:5 durch Szwez. | Foto: Andreas Klein

Auch zum nächsten Heimspiel am kommenden Freitag, den 30. Januar, erwarten die Panther einen bayerischen Kontrahenten. Die Nürnberg IceTigers werden ihre Visitenkarte im Curt-Frenzel-Stadion abgeben. Zuvor reisen die Panther am Sonntag zum Spitzenreiter Adler Mannheim.

AEV: Mason, Keller- Lamb, Jobke, Woywitka,  Tölzer, Seifert,  Rekis,  Reiß–  Machacek, DaSilva,   Trevelayn, Moore, Ciernik, Breitkreuz, Hinterstocker, Grygiel, Riefers, Schäffler
Tore: 0:1 Taticek (Periard/Buck) 4., 1:1 Machacek (DaSilva/Woywitka) 7.,  1:2 Gawlik (Periard) 10., 2:2 Trevelyan (Machacek/Woywitka) 13., 3:2 DaSilva (Lamb) 21., 4:2 Trevelyan (Schäffler/Seifert) 26., 4:3  Ross (Periard/Kohl) 34., 4:4 MacMurchy 37., 5:4 Breitkreuz (Seifert/Tölzer) 44., 5:5 Ross (Kohl/Greilinger) 42., 5:6  Szwez (Picard) 48., 6:6 Schäffler (Machacek/Lamb) 51., 6:7 Boucher (Brocklehurst/Kohl) 52.
Schiedsrichter: Brill, Brüggemann/Erdle, Gaube Strafzeiten:  Augsburg 6 –  Ingolstadt 8
Zuschauer: 5.835

Alle Bilder zum Spiel von Andreas Klein