Schüler von Fachoberschule, Berufsoberschule und Reischlescher Wirtschaftsschule haben für heute Nachmittag zu einer gemeinsamen Demonstration auf dem Augsburger Rathausplatz aufgerufen. Sie klagen „inakzeptable Zustände“ an. Bildungsreferent Hermann Köhler hat zu den Forderungen Stellung bezogen. Wir haben beides für Sie zusammengefasst.

Schülervertreter: Zusammen werden wir am Freitag den 22.03.2019 um 14.00 Uhr am Rathausplatz gegen die katastrophalen Zustände der Augsburger Schulen, mit besonderem Augenmerk auf die Fachoberschule / Berufsoberschule / Reischlesche Wirtschaftsschule und für unsere Forderungen demonstrieren!

Sollte die Stadt Augsburg nicht auf unsere Forderung eingehen, werden wir am 05.04 streiken. Der aktuelle Zustand ist absolut inakzeptabel und wird von uns keinen Tag länger hingenommen. Wir fühlen uns vernachlässigt und vergessen. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Stadt Augsburg und der Freistaat Bayern dazu Stellung nehmen.

Stadt Augsburg: „Es besteht hoher Abstimmungsbedarf, beispielsweise mit dem Fördergeber, der Regierung von Schwaben. Wir suchen gerne zeitnah den Dialog mit den Schülerinnen und Schülern der FOS/BOS/RWS, um allen diese Hintergründe zu erläutern“, so Bildungsreferent Köhler.

Die Schulen in Augsburg, allen voran die FOS/BOS Augsburg, sind in einem miserablen Zustand. Asbest in den Wänden, Schimmel an den Decken, verschmutzte Toiletten und Wasseranlagen, undichte Dächer; all das ist Alltag an Augsburgs größter Schule. Der Grund dafür ist das fehlende Geld für unsere Schulen. Wir haben es satt!

Mehr als 400 Schülerinnen und Schüler haben sich bereits letztes Jahr einer Demonstration der gleichen Thematik angeschlossen und dadurch viel Aufmerksamkeit generiert, woraufhin die Stadt Augsburg unter Druck geriet. Recht zügig wurden die Arbeiten an den Decken in einem Teilbereich der Schule angegangen. Passiert ist jedoch seit dem nicht sehr viel. Seit kurzem wird jetzt auch der Verwaltungsblock, indem Sekretariat, Lehrerzimmer und die Schulleitung ihren Sitz eigentlich hätten, saniert. Wir fragen uns; Warum kein Neubau? Die Sanierung ließe sich aufgrund des hoch giftigen Asbests in den Wänden sowieso kaum mit dem Alltagsbetrieb der Schule vereinbaren. Ferner jedoch ist eine Sanierung keine langfristige Lösung, vielmehr ein kurzweilige Besserung. Bei einem Neubau könnten sogar die LehrerInnen und SchülerInnen sinnvoll und konstruktiv in den Gestaltungsprozess mit eingebunden werden. Zudem könnte vermehrt auf die Auslegung der Klassenzimmer, im Sinne der Digitalisierung wertgelegt werden, welche immer mehr und mehr an Stellenwert zu gewinnen scheint. Da das Schulgebäude nun schon um die 50 Jahre auf dem Buckel hat und dementsprechend mitgenommen ist, müssten sehr gründliche Sanierungen vorgenommen werden, was wiederum in einem ähnlichen Preisverhältnis zum Neubau steht.

Eine Aufnahme des gesamten baulichen Zustandes und Gegenüberstellung der hieraus resultierenden Kosten und Terminbetrachtungen als Beurteilungskriterien sind in die Entscheidung des Stadtrates eingeflossen, den Gebäudekomplex zu sanieren. Den Kosten der Gesamtsanierung der Bauteile 1 bis 4 mit Kosten von 88,4 Mio. Euro stehen Kosten von 108 Mio. Euro für einen Neubau gegenüber. Die für den Neubau getroffenen Annahmen wurden jedoch ohne konkretes Grundstück getroffen.