Augsburger SPD nominiert Stadtratskandidaten – Lindaus OB Ecker will sich in Augsburg einbringen

Die Augsburger SPD hat ihr Team für die Kommunalwahl am 15. März 2020 präsentiert. Auf dem Nominierungsparteitag am Samstag, den 21.09.2019 hatten die Augsburger Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten einige Überraschungen zu bieten. Ulrike Bahr und Florian Freund, die die Liste erstellt und mit Dirk Wurm abgestimmt haben, freuen sich sehr darüber, dass die Delegierten ihrem Vorschlag bis auf wenige Ausnahmen nachgekommen sind.

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OB-Kandidat Wurm | Foto: Wolfgang Czech

„In dieser Liste verbindet sich eine große Expertise mit vielen Experten aus den Stadtteilen, die ihre Quartiere kennen und wissen, was die Augsburger bewegt“, so Bahr, die Vorsitzender der Augsburger SPD. Etliche Betriebsräte zeigen den engen Schulterschluss von Partei und Gewerkschaften. „Unsere Kandidaten stammen aus verschiedenen Milieus, haben zum Teil Migrationshintergrund und bringen Erfahrungen und Kompetenz aus den verschiedensten Bereichen unserer Stadtgesellschaft mit“, erläutert Florian Freund, Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat. „Sie sind alle hochmotiviert und wollen einen engagierten Wahlkampf führen, damit der SPD-Kandidat Dirk Wurm Oberbürgermeister wird“. „Einer für alle, alle für einen“ sei das Motto von Wurm und den 60 Kandidaten.

Die Liste wurde mit 75 Ja-Stimmen, 2 Nein und 2 Enthaltungen auf der heutigen Versammlung angenommen.

OB-Kandidat Dirk Wurm führt Liste an

Wie erwartet, führt OB-Kandidat Dirk Wurm die Liste an, gefolgt von der 27-jährigen Stadträtin und Jurastudentin Anna Rasehorn. Ihnen folgen Fraktionschef Dr. Florian Freund (Platz 3) und Fraktionsvize Margarete Heinrich (Platz 4). Schon auf Listenplatz 5 folgt der erste nicht amtierende Stadtrat: Gregor Lang aus Hochzoll hat gute Aussichten, dem Stadtrat anzugehören. Lang ist tief in der ehrenamtlichen Arbeit verwurzelt. Ihm trauen die Delegierten zu, diese Erfahrungen auch im künftigen Stadtrat zum Wohl der Stadt Augsburg einzubringen. Mit der amtierenden Stadträtin Sieglinde Wisniewski aus Lechhausen (Platz 6) und dem 25-jährigen Benjamin Adam aus Pfersee (Platz 7) folgen wieder eine erfahrene Stadträtin und ein Nachwuchstalent der Augsburger SPD. Benjamin Adam hatte im vergangenen Jahr für das Europaparlament kandidiert und in Augsburg einen engagierten Wahlkampf hingelegt.

Die Göggingerin Jutta Fiener, die im Stadtrat bislang als sozialpolitische Sprecherin agierte, folgt auf Listenplatz 8. Ihr werden in einer künftigen Fraktion Führungsaufgaben zugetraut, wie zu hören ist. Ebenfalls unter den ersten zehn findet sich der MAN-Betriebsrat und Polit-Neuzugang Tim Kattner. Er ist Vorsitzender der IG-Metall bei MAN und damit ein einflussreicher Kenner der Industriepolitik in Augsburg. Die SPD setzt damit ein klares Zeichen, wo es wirtschaftspolitisch mit ihr hingehen wird. Sowohl OB-Kandidat Wurm als auch Fraktionschef Freund hatten sich in der Vergangenheit klar zum Industriestandort Augsburg bekannt und mehr Ehrgeiz von der Stadt bei der Ansiedlung von Industrieunternehmen gefordert.

Hochschulkanzlerin kandidiert für die SPD, Bürgermeister Kiefer auf 13

Auf Platz 10 der SPD-Liste konnte die SPD die Hochschulkanzlerin Tatjana Dörfler gewinnen, sie  wird im Team Augsburg der SPD vor allem für bildungspolitische Fragen zuständig sein. Der Kanzlerin der Hochschule folgen Ex-Grünen-Stadtrat Christian Moravcik auf Platz 11, und die stellvertretende Vorsitzende der Arge Kriegshaber, Birgit Ritter auf Platz 12. Beide haben damit ebenfalls sehr gute Aussichten auf einen Einzug in den Stadtrat.

Ihr folgt Sozialreferent und Bürgermeister Stefan Kiefer, der sich bereit erklärt hat, auf Platz 13 zu kandidieren, um die Chancen der jüngeren Bewerberinnen und Bewerber zu verbessern. Die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Lechhausen, Angelika Lonnemann, bekannt durch ihre vielfältigen Aktionen in Lechhausen und darüber hinaus, tritt  auf Platz 14 für die SPD an.

Lindaus OB Ecker will sich in Augsburg einbringen

Gerhard Ecker
Gerhard Ecker | Foto: Angelika Lonnemann

„Wir freuen uns ganz besonders, dass wir Gerhard Ecker, den amtierenden Oberbürgermeister von Lindau für unsere Liste gewinnen konnten“ so Florian Freund. Nachdem er 2020 nicht erneut als OB in Lindau kandidieren möchte, wo er viel bewegt hat, möchte er als ehemaliger Finanzreferent von Augsburg seine große kommunale Erfahrung und Kompetenz in den Augsburger Stadtrat einbringen. Er fühlt sich der Fuggerstadt  weiterhin eng verbunden und wird auf der Liste der SPD auf Platz 15 kandidieren. Auf den weiteren Plätzen folgen: Olivia Haußmann (Inningen), Platz 16, Cenk Anadolu (parteilos), Platz 17. Bei der Abstimmung um Platz 18 unterlag Stadträtin Gabriele Thoma gegen die langjährige Juso Vorsitzenden Silke Högg und erklärte anschließend ihren Verzicht auf eine Kandidatur. Fraktionsvorsitzender Florian Freund bedauerte den Schritt von Gabriele Thoma und bat sie auch weiterhin um ihre Expertise.

Folgend ging Platz 19 an Ibrahim Yarasir (Hammerschmiede), Betriebsrat bei der Post und Platz 20 an Lara Hammer für die Jusos.  Angela Steinecker, zweite Bevollmächtigte der IG-Metall, kandidiert auf eigenen Wunsch auf Platz 24. Sie hatte angekündigt, sich aufgrund der großen Herausforderungen, die im Wirtschaftsraum Augsburg bevorstehen,  auf die Gewerkschaftsarbeit konzentrieren zu wollen. Die SPD-Liste wolle sie auf einem Platz hinter 20 unterstützen, was zwar Bedauern bei den Delegierten auslöste, letztlich jedoch akzeptiert werden musste, erklärt SPD-Chefin Ulrike Bahr.

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Angela Steinecker kandidiert auf wenig aussichtsreichem Platz | Foto: Wolfgang Czech

Mit einer Mischung aus jungen und erfahrenen Kandidierenden will die SPD Augsburg die Geschicke der Stadt in den nächsten sechs Jahren wesentlich mitbestimmen. „Unser Vorwahlkampf hat gezeigt, dass unsere Themen, die wir schon lange besetzen, in Augsburg mehrheitsfähig sind“, so Dirk Wurm. Dabei macht er klar, wofür die Augsburger SPD steht: „Wir wollen eine lebendige Stadt, in der niemand Angst haben muss, dass er sich sein Augsburg morgen nicht mehr leisten kann, weil die Wohnung zu teuer wird oder der Job wegbricht. Wir wollen eine offene, eine nachhaltige, eine sichere und soziale Stadt!“, so Wurm.

„Wir haben ein interessantes Personalangebot für die Augsburgerinnen und Augsburger. Mit der SPD können sich die Bürgerinnen und Bürger sicher sein, dass ein Spiegelbild der Stadtgesellschaft aus jung, mittelalt und alt, aus Männern und Frauen aus ganz unterschiedlichen Berufen und mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen die Stadt gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern gestalten“, erklären Wurm, Freund und Bahr übereinstimmend.