Augsburger SPD sieht Schuld für Kostensteigerung beim Bau der Mobilitätsdrehscheibe bei der CSU

Nachdem Augsburg es mit den Kosten für den Bau der Mobilitätsdrehscheibe Hauptbahnhof in das Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes geschafft hat, kritisiert die SPD die Christsozialen. Die Sozialdemokraten sehen die Schuld für das „Finanzdebakel“ bei der CSU.

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Bahr: „Gribl hat die Kostensteigerung verursacht“ | Foto: Wolfgang Czech

Ulrike Bahr, SPD-Vorsitzende Augsburg: „Wir wollen bei der Sanierung des Staatstheaters nicht das gleiche Finanzdebakel erleben wie beim Umbau des Hauptbahnhofs. Dieser wurde ursprünglich mit 70 Millionen geplant und kostet aktuell voraussichtlich 300 Millionen Euro. Die Kostensteigerung hat die CSU Augsburg mit zu verantworten. Wäre der Umbau des Hauptbahnhofes in seiner ursprünglichen Planung wie von Alt-OB Wengert angestoßen in die Umsetzung gekommen, müssten wir heute nicht über diese enorme Kostensteigerung reden und der neue Hauptbahnhof wäre längst in Betrieb. Oberbürgermeister Gribl hat durch seine neuen Pläne einen Stopp des Projekts Mobilitätsdrehscheibe herbeigeführt und damit die Kostensteigerung verursacht. Aktuell ist noch überhaupt nicht absehbar, ob, wohin und wann jemals Straßenbahnen durch den Tunnel fahren werden“.

„Staatstheater-Sanierung muss im Kostenrahmen bleiben“

„Die Gelassenheit der CSU-OB-Kandidatin Eva Weber angesichts der Kostensteigerung des Staatstheaters erstaunt uns“, sagt der Fraktionsvorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion Florian Freund. „Die SPD will, dass die Ausgaben für die Sanierung des Staatstheaters im beschlossenen Kostenrahmen bleiben. Ein weiterer Eintrag in das Schwarzbuch wäre peinlich für die ganze Stadt!“

Freund weiterhin: „Die SPD-Fraktion steht mit ihrem OB-Kandidaten Dirk Wurm hinter der Sanierung des großen Hauses des Staatstheaters Augsburg. Da aber die Kosten des sogenannten Bauteils 2 (Neubau des Verwaltungs- und Werkstättengebäudes samt Schauspielhaus) voraussichtlich den vom Augsburger Stadtrat beschlossenen Kostenrahmen (Sanierung großes Haus und Bauteil 2) von insgesamt 186 Mio. Euro deutlich übersteigen werden, muss über das ganze Vorhaben neu nachgedacht werden. „Augen zu und durch“ und „koste es was wolle“, wie die CSU immer wieder meint, wird es mit der SPD-Fraktion nicht geben. Es muss klar sein, wie es weitergeht und welche Kosten auf die Stadt Augsburg zukommen werden. So muss vorher klar sein, ob das gesamte Bauvorhaben Staatstheater überhaupt leistbar ist und ob es mögliche günstigere Alternativen gibt. Denkbar wäre unter anderem der Erhalt der jetzigen dezentralen Theaterstruktur (Interimsspielstätten), die für viel Geld installiert wurde.“