Augsburger Stadtrats-SPD muss sich in neuer Rolle wiederfinden

Bereits am Wahltag 15.März war eigentlich klar, die Zeit der SPD in der Augsburger Stadtregierung ist abgelaufen. Nun müssen sich die Sozialdemokraten in ihrer neuen Rolle in der Opposition wiederfinden.

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Bleibt Florian Freund Fraktionsvorsitzender der SPD? | Foto: Wolfgang Czech

Die SPD hatte bei der Kommunalwahl im März deutlich verloren. Seit Karfreitag herrscht nun auch Klarheit über das, was sich bereits am Wahlabend abgezeichnet hatte. Die Sozialdemokraten scheiden aus der sogenannten Über-Groko aus, CSU und Grüne regieren Augsburg künftig alleine weiter. „In kritischen Zeiten ist es gut, wenn Verantwortung von möglichst vielen getragen wird. Die SPD wird dies auch in ihrer neuen Rolle im Stadtrat so praktizieren, auch wenn sie nicht mehr Teil der Stadtregierung ist“, kommentiert die Vorsitzende der SPD Augsburg, Ulrike Bahr.

Wie geht es in der Faktion weiter?

Für die SPD geht es nun darum sich erst einmal in der neuen Rolle wiederzufinden. Wenn dies gelingen soll, wird man parteiintern zumindest auch die Personalien diskutieren müssen. Dirk Wurm hatte sich zwar im Zusammenspiel mit seinen Kollegen als ordentlicher Krisenmanager in der Corona-Krise bewiesen, es aber nicht geschafft in den Jahren zuvor sich als Ordnungsreferent mit einem bleibenden Effekt in Szene zu setzten. Am Ende verlor er die Stichwahl gegen die künftige OB Eva Weber deutlich. Aus den Reihen der SPD ist teilweise zu vernehmen, dass man ihn nicht an vorderer Front der auf 9 Stadträte deutlich verkleinerten Fraktion sieht.

Auch hinter der künftigen Funktion von noch Bürgermeister und Sozialreferent Dr. Stefan Kiefer steht ein Fragezeichen. Kiefer wird als solider Arbeiter in seiner bisherigen Funktion, zuvor auch als Fraktionsvorsitzender der SPD geschätzt, für einen Neuanfang in neuer Rolle würde aber auch er nicht stehen.

Bleibt Freund Fraktionsvorsitzender?

Bleibt also Dr. Florian Freund Fraktionsvorsitzender? Freund der während der aktuellen Legislaturperiode Margarete Heinrich abgelöst hatte, galt neben Wurm als einer der potentiellen OB-Kandidaten. Der 41-Jährige könnte nun davon profitieren, das er bei dieser Wahl nicht das Gesicht der Kampagne war.

Mit Anna Rasehorn verfügt die Augsburger SPD zudem über ein weiteres „frisches Gesicht“. Die stellvertretende Bundesvorsitzende der Jusos konnte ihr Mandat verteidigen und wird auch im neuen Stadtrat sitzen. Der 29-Jährigen werden durchaus Ambitionen auf höhere Aufgaben nachgesagt. 

Auch über Inhalte wird zu reden sein

Neben den Personalfragen gilt es für die Sozialdemokraten aber auch an der eigenen künftigen Rolle im Stadtrat und den eigenen Themen zu arbeiten. Auch dies ist nun Inhalt der innerparteilichen Gespräche. Eines ist klar, auch wenn Bahr davon spricht, dass man die Verantwortung mittragen wird, die SPD muss sich künftig wieder deutlicher ein eigenes Profil geben müssen.