Die deutschen Canadierfahrer jubeln. Sideris Tasiadis (Kanu Schwaben Augsburg), Franz Anton (Leipziger KC) und Timo Trummer (KV Zeitz) fahren am Freitag bei den Europameisterschaften im slowakischen Liptovsky-Mikulas zu Team-Gold. Silber und Bronze gehen an Polen und Spanien.

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Foto: Horst Woppowa

Als viertletzte Nation auf die Strecke gegangen, leuchtete nach der Zieleinfahrt die Nummer eins auf. Doch noch vier starke Teams standen oben, darunter die Lokalmatadoren. Während Tasiadis und Anton die Geschehnisse doch eher gelassen verfolgten, war dem Youngster die Spannung ins Gesicht geschrieben. „Man hofft, guckt und betet, dass die anderen nicht so gut fahren wie man selbst“, sagte Trummer, der damit seine erste Medaille bei den Senioren feiern kann. Auch wenn die beiden Etablierten schon viele Medaillen gesammelt haben – und der Teamwettbewerb keine olympische Disziplin ist, „sind wir trotzdem stolz auf die Goldmedaille“, betont Tasiadis und ergänzt, „weil man zu dritt hier Bestleistung zeigen muss. Es ist nicht nur eine Einzelleistung.“ Während die Drei sonst als Konkurrenten unterwegs sind, halten sie als Team zusammen. „Wir verstehen uns alle sehr gut. Wir haben alle das gleiche Ziel, eine Medaille zu holen“, sagte Anton.

Einen Wunsch haben die drei Top-Athleten: „Wir hoffen, heute hier mit unserem Ergebnis etwas aufmerksam auf den Team-Wettkampf gemacht zu haben“, sagte Tasiadis. „Vielleicht gibt es bei den Olympischen dann auch mal einen Mannschaftswettbewerb.“

C1-Damen verpassen Edelmetall

Nicht nach Wunsch lief es hingegen für die Damen beim Mannschaftswettbewerb im Canadierboot. Ein verpasstes Tor und damit 50 Strafsekunden sorgten für Enttäuschung bei Elena Lilik (KS Augsburg) und den beiden Leipzigerinnen Nele Bayn und Andrea Herzog. Gold holte sich die Heim-Mannschaft Slowakei vor Frankreich und Tschechien.

Am Vormittag erfolgten ja bereits die C 1 D + H Qualifikatonsläufe:

EM Liptovski-Mikulas: Vier von sechs Deutschen in Canadier kommen weiter

Auch bei den Canadier-Wettkämpfen konnten sich nicht alle Deutschen für das EM-Halbfinale qualifizieren. Am heutigen Nachmittag starteten die Teamwettbewerbe in dieser Disziplin. Chance auf Versöhnung für die Ausgeschiedenen.

Heute, am Freitag, ist der Tag der Canadierboote bei den Europameisterschaften im slowakischen Liptovski-Mikulas. Eine starke Leistung zeigte Nele Bayn (Leipziger KC) als beste Deutsche auf Platz der der Qualifikation. Ebenfalls sofort in EM-Finale eingezogen ist Elena Lilik (Kanu Schwaben Augsburg). Vorzeitige Aus für Olympia-Bronzegewinnerin Andrea Herzog (Leipziger KC). Sie fand nicht die Linie, musste in den Hoffnungslauf, in dem es aber auch nicht laufen wollte.

Bei den Canadier-Herren qualifizierten sich Sideris Tasiadis (Kanu Schwaben Augsburg) und Franz Anton (Leipziger KC) auf Anhieb. Timo Trummer (KV Zeitz) konnte auch die zweite Chance auf den Einzug in das EM-Halbfinale nicht nutzen. Sechs Strafsekunden im ersten Lauf waren zu viel, im Hoffnungslauf berührte der Zeitzer zwar nur einmal einen Torstab, allerdings verlor der im mittleren Teil der Strecke zu viel Zeit.