Augsburgs Bischof Bertram kritisiert Vorgaben der Staatsregierung

Bischof Dr. Bertram Meier hat die neuen Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung, nach denen die Ausnahmegenehmigung für den Besuch der nächtlichen Christmetten in der Heiligen Nacht zurückgenommen worden ist, scharf kritisiert. „Wir wurden von der neuen Entwicklung förmlich überrumpelt“, so der Bischof.

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Bischof Bertram kritisiert die Beschlüsse zu Weihnachten | Archivfoto: Wolfgang Czech

„Eine stabile Brücke zwischen Staat und Kirche, die durch Krisen trägt, stelle ich mir anders vor. Das Virus kennt keine Uhrzeit. Deshalb wurden in vielen, gerade kleinen Gemeinden unserer Diözese zahlreiche Gottesdienste und Christmetten hintereinander geplant, um die Besucherzahlen zu entflechten und mit dieser Entzerrung die Feiernden zu schützen. Ich danke allen, die sich seit Wochen dafür einsetzen, um eine sichere und würdige Feierkultur für Weihnachten zu garantieren. Deshalb bedaure ich die neuen Rahmenbedingungen sehr.“

Dennoch bittet Bischof Bertram „trotz des Schmerzes“ die Seelsorger und die Gläubigen, sich an die Vorgaben zu halten und die Gottesdienste so zu feiern, dass die Menschen vor 21 Uhr wieder daheim sind. „Als Kirche(n) setzen wir damit ein Zeichen der Solidarität, weisen aber auch darauf hin, dass es eine Gesundheit der Seele gibt, für die an Weihnachten vornehmlich die Christen einen wichtigen Beitrag leisten wollen. Diese Rolle wollen wir uns auch von staatlichen Autoritäten nicht nehmen lassen. Vor allem werden wir alles uns Mögliche und Erlaubte tun, um die Weihnachtsbotschaft zu den Menschen „am Rande“ (Papst Franziskus) zu bringen.“

Christmette im Hohen Dom wird vorgezogen

Die ursprünglich für 23.30 Uhr im Hohen Dom zu Augsburg geplante Christmette mit Bischof Bertram wird nun bereits um 19 Uhr beginnen. Auch zu dieser geänderten Zeit wird der Gottesdienst live bei a.tv und auf der Homepage des Bistums übertragen werden. Die bereits reservierten Zugangskarten für den Dom behalten ihre Gültigkeit.

Negatives Testergebnis für Bischof Bertram

Bischof Dr. Bertram Meier hat sich offenbar nicht mit dem Corona-Virus infiziert. Das Ergebnis des Tests vom vergangenen Freitag ist negativ. Der Bischof hatte sich vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben, nachdem in seinem persönlichen Umfeld ein COVID-19-Fall diagnostiziert worden war.

Trotz des negativen Testergebnisses bleibt Bischof Bertram mindestens bis einschließlich 20. Dezember vorsorglich in Quarantäne und führt seine Dienstgeschäfte vom häuslichen Schreibtisch in seiner Privatwohnung. Die Gläubigen bittet er um das Gebet für alle Menschen, die unter der Pandemie leiden: „Ich freue mich, dass mein Testergebnis negativ war. Aber vergessen wir nicht die weltweit vielen Millionen Menschen, die von dieser schrecklichen Heimsuchung betroffen sind, sei es, weil sie selbst infiziert sind, sich um Angehörige sorgen oder sie sogar betrauern müssen oder weil ihr Arbeitsplatz bedroht ist. Beten wir für sie alle!“

pba