Augsburgs Bischof reagiert auf Kritik an seiner Impfung

Bischof Dr. Bertram Meier hat mit Verwunderung auf die Vorwürfe des Grünen-Fraktionschefs im Bayerischen Landtag, Ludwig Hartmann, reagiert, der ihm „Impfdrängelei“ und die Verschaffung „unstatthafter Vorteile“ vorgeworfen hat. Gleichzeitig hat er die offenkundigen Missverständnisse bedauert, die seine Impfung ausgelöst hat.

2020 05 07 Pk Bischofsweihe 10 Von 16.JpegBischof Bertram war am 6. Februar in Augsburg gegen das Corona-Virus geimpft worden, da er laut Bayerischer Impfverordnung vom 14. Januar 2021 unter die Kategorie derer fällt, die regelmäßig in Einrichtungen der Langzeitpflege, teilstationären Einrichtungen und in ambulant betreuten Wohngemeinschaften zugegen sind. Dieser Passus zielt zum Beispiel auf Reinigungskräfte ab, die regelmäßig in Pflegeeinrichtungen putzen müssen, genauso aber auf Seelsorger, die regelmäßig vor Ort sind, um Heilige Messen zu feiern oder Krankensalbungen zu spenden – ein Dienst, der in Pandemiezeiten besonders gefragt ist. „Gedrängelt“, so der Bischof, habe er sich nach der Impfung nicht.

Bischof Bertram: „Die kranken und alten Menschen in den Heimen brauchen Zuwendung und menschliche Nähe. Wer besucht sie denn noch? Sie brauchen aber auch die größtmögliche Sicherheit, dass ihnen niemand die Viren ins Zimmer bringt. Dass meine Impfung in der Öffentlichkeit für Missverständnisse gesorgt hat, tut mir leid.“

Den Vorschlag des Grünen-Politikers Ludwig Hartmann, der Bischof möge „seinen Schutzstatus jetzt auch nutzen und ein paar Tage im Pflegeheim helfen“, sieht Bischof Bertram positiv – aber als bereits erfüllt an: „Generalvikar Harald Heinrich und ich sind regelmäßig bei den alten und kranken Menschen in den Heimen, nicht zuletzt bei betagten Ordensschwestern.“ Dies sei ein wichtiger seelsorgerischer Dienst, den beide gerne weiter ausführen werden.