Augsburgs OB Gribl rückt in den Parteivorstand der CSU auf – Führt der Weg nun nach München?

Wie aus den Kreisen der Christlich-Sozialen-Union (CSU) zu hören war, wird der Vorstand um Ministerpräsident und Partei-Chef Horst Seehofer künftig um einen weiteren Stellvertreter erweitert werden. Der Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl wird als fünfter Stellvertreter bestimmt werden.

2015-09-16-Manzù-Brunnen-–-15gribl Augsburgs OB Gribl rückt in den Parteivorstand der CSU auf - Führt der Weg nun nach München? News Politik Christlich Soziale Union CSU Dr. Kurt Gribl Horst Seehofer Vorstand | Presse Augsburg
OB Gribl rückt in den Vorstand der CSU auf. | Foto: Wolfgang Czech

Seit zwei Jahren ist im Parteivorstand der CSU kein Schwabe mehr vertreten. Damals hatte sich die Neu-Ulmerin Beate Merk nicht mehr als Stellvertreterin zur Wahl gestellt. Dadurch ist sie einer möglichen Blamage in einer Wahl gegen Peter Gauweiler aus dem Weg gegangen. Nun soll auf dem Parteitag im November wieder ein Schwabe in den Vorstand gewählt werden. Das CSU-Präsidium hat auf seiner gestrigen Sitzung den Vorschlag ausgearbeitet, Augsburgs Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl vorzuschlagen. Gribl gilt als einer der Hoffnungsträger der Christsozialen.

Seit 2008 ist er das Stadtoberhaupt der Schwabenmetropole. Eines der wenigen, die aktuell von der Union in einer deutschen Großstadt gestellt wird. Gribl trat zuletzt als Vizepräsident des Deutschen und des Bayerischen Städtetages auch immer wieder überregional in Erscheinung. Vor kurzem konnte er gemeinsam mit Nürnbergs OB Maly sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Flüchtlingsfragen austauschen Gerade in diesem Bereich erhofft mach sich, dass Gribl sich einbringen kann. Auch den kommunalen Themen und Befindlichkeiten soll er im Parteivorstand ein Gesicht geben.

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Dr. Ulrich Maly (SPD, OB Nürnberg, Präsident Vorsitzender Bayer. Städtetag), Thomas Karmasin (CSU, Landrat Fürstenfeldbruck, Vize-Präsident bayerischer Landkreistag), Otto Flaschner (CSU, Bgm von Freilassing), BK Merkel, OB Gribl, Christian Bernreiter (CSU, Landrat v. Deggendorf und Präsident Bayerischer Landkreistag), Dr. Uwe Brandl (CSU, Bgm von Abensberg und Präsident d. Bayerischen Gemeindetags) Foto: Bundespresseamt

Schon länger war Gribls Nähe zur bayerischen Staatsregierung offensichtlich. Einige schwierige Projekte mit langer Anlaufphase, wie die Uniklinik oder eine umfangreiche Förderung der Umbaumaßnahmen des Theaters, konnten so ihre Zustimmung in München finden. Diese Nähe zur Parteispitze könnte Gribl möglicherweise in einigen Jahren einen neuen Posten bescheren. Sollte Ministerpräsident Horst Seehofer, wie angedeutet, keine weitere Amtszeit anstreben, könnte nach der aktuellen Legislaturperiode ein größerer Umbau in der Staatsregierung erfolgen. Vielleicht findet auch der schwäbische Hoffnungsträger dann seinen Platz am Kabinettisch. Ambitionen in diese Richtung wurden ihm allerdings bisher noch nicht nachgesagt.

Neben Gribl sollen auf dem CSU-Parteitag Ende November mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Bundesagrarminister Christian Schmidt (wie bisher), der Fraktionschef der konservativen EVP im Europaparlament, Manfred Weber und CSU-Europagruppenchefin Angelika Niebler zu Stellvertretern Seehofers gewählt werden.