Ausländische Immobilieninvestments in Bayern nehmen zu

Investoren aus Großbritannien, China wie auch aus den USA haben in den letzten Jahren ordentlich am deutschen Immobilienmarkt mitgemischt und zahlreiche Wohnungen wie auch Häuser gekauft. So kam 2017 bei jenen Deals, die jenseits der 10 Millionen Euro-Marke gelegen sind, jeder zweite Euro von einem ausländischen Kapitalgeber. Somit waren es sehr wohl auch ausländische Großinvestoren, die dafür gesorgt haben, dass die Immobilienpreise in Frankfurt, Hamburg, Berlin wie München nach oben geschossen sind. Mit dem Vorschlag, die ausländischen Investoren vom deutschen Wohnungsmarkt auszuschließen, sorgte der Berliner Senat für Aufsehen, der zugleich auf Neuseeland verwies. 

Symbolbild

Neuseeländisches Modell kann wohl nicht umgesetzt werden

Jacinda Ardern, Neuseelands Ministerpräsidentin, die seit rund 1 ½ Jahren im Amt ist, hat schon für Aufmerksamkeit gesorgt, weil sie Ausländer vom neuseeländischen Immobilienmarkt ausgesperrt hat. Das heißt, Ausländer können in Neuseeland keine bestehenden Immobilien mehr kaufen – mit dieser Variante will man gegen die immer knapper werdende Anzahl an Immobilien sowie die steigenden Mietpreise vorgehen. 

Eine Vorgehensweise, die dem Berliner Senat gefällt. So hat Bürgermeister Michael Müller (SPD) durchaus Sympathien für diesen außergewöhnlichen Vorstoß gezeigt. „Ja, so etwas überlegen wir auch“, meinte er gegenüber der FAZ. „Derzeit wird vom Finanzsenator ein Vorschlag erarbeitet, sodass den Wohnraumspekulationen ein Ende gesetzt werden kann.“ 

Seit 2008 sind die Immobilienpreise in Berlin um 104 Prozent gestiegen – die Bundeshauptstadt ist somit doppelt so teuer wie noch vor einem Jahrzehnt. Ein derartiger Immobilienboom wurde in keiner anderen deutschen Stadt beobachtet – zum Leidwesen der Einwohner. Heute können sich nur noch die Reichen ein Wohneigentum leisten; der Durchschnittsverdiener hat in Berlin sogar Probleme, wenn es um die Bezahlung der Mietvorschreibung geht. Somit kann der Vorschlag von Bürgermeister Müller auch nachvollzogen werden – warum nicht den Spekulanten die Grenzen aufzeigen, damit die Berliner vor weiteren Preiserhöhungen geschützt werden?

Weil es vermutlich aus rechtlicher Sicht gar nicht möglich sein wird. Bestimmte Nationalitäten wie Bevölkerungsgruppen dürfen nicht anders behandelt werden – da innerhalb der Europäischen Union Freizügigkeit herrscht, die sogar vertraglich geregelt ist, darf man sich also überall niederlassen. Wer somit sagt, Ausländer dürfen kein Wohneigentum mehr erwerben, würde daher gegen die Freizügigkeit verstoßen.

Selbst Investoren klagen über die hohen Immobilienpreise

Aber nicht nur Berlin kämpft mit den immer höher werdenden Immobilienpreisen – auch in München sind die Preise gestiegen und die Wohnungsnot größer geworden. Es sind die starke Wirtschaft, die Rechtssicherheit und auch die politische Stabilität, die Deutschland als sicheren Hafen wirken lassen. 

Doch es gibt immer mehr Großanleger, die ebenfalls schon der Meinung sind, dass die Immobilienpreise in Deutschland  zu teuer geworden sind. So hat eine Analyse der Beratungsgesellschaft PwC ergeben, dass es bei den Immobilieninvestments, bezugnehmend auf die letzten zwölf Monate, einen Rückgang um 3 Milliarden gab. „Viele Investoren sind der Meinung, die Preise in Berlin, Hamburg, Frankfurt und auch München seien zu hoch“, so PwC-Partnerin Susanne Eikermann-Riepe. Auch wenn das Investitionsvolumen um 3 Milliarden Euro zurückging, so wurden aber dennoch 65 Milliarden Euro investiert.

Auch wenn es noch immer genügend Großanleger gibt, die in Deutschland – und allen voran in München – investieren, so ist in den letzten Monaten Großbritannien zum neuen Liebling ausländischer Investoren geworden. So wurden vom Schlussquartal 2017 bis zum dritten Quartal 2018 um die 68 Milliarden Euro in die Insel gepumpt – 20 Milliarden Euro sind alleine nach London geflossen. „In Deutschland gibt es aktuell zu wenige Zielobjekte, die zudem noch zu teuer sind“, so Eikermann-Riepe. „Großbritannien konnte somit, trotz des baldigen Brexits, an Deutschland vorbeiziehen.“ 

Doch das heißt nicht, dass sich die Preise am deutschen Immobilienmarkt beruhigen werden: Es sind vorwiegend die Londoner Banken, die seit geraumer Zeit in Frankfurt investieren – so wurden in den letzten Monaten rund 8 Milliarden Euro in Immobilien gesteckt. Das entspricht einem Plus in der Höhe von 12,5 Prozent. Somit hat – zumindest beim Volumen – Frankfurt nun Berlin eingeholt. Europaweit liegen Paris und London vorne – die deutschen Spitzenreiter befinden sich erst am dritten Platz.

Noch ist unklar, wie es mit Großbritannien und der EU weitergehen wird. All jene, die mit Wertpapieren oder auch Devisen handeln, sollten daher immer wieder Informationen über https://aktienkaufen.com/ einholen – Anleger wie Trader müssen jetzt auf alle Eventualitäten vorbereitet sein.

Rund 10.000 Euro pro Quadratmeter – München wird immer teurer

Wer in Frankfurt eine Eigentumswohnung kaufen will, der muss mit einem Quadratmeterpreis von rund 5.900 Euro rechnen. Soll es eine Wohnung in der Nähe der Innenstadt sein, kann der Quadratmeterpreis wesentlich höher ausfallen. In Berlin liegt der Quadratmeterpreis bei 5.200 Euro. 

Wesentlich teurer ist es hingegen in München. Während in Bayern der Quadratmeterpreis bei 5.000 Euro liegt, so muss man in München mitunter schon um die 8.500 Euro/Quadratmeter bezahlen – je näher man zur Innenstadt kommt, umso höher geht jedoch der Preis.