Ausschreitungen in der Augsburger Maxstrasse – Die Chronik der Nacht

Während die Nacht von Freitag auf Samstag (18.-19.06.21) in Augsburger Maxstraße ohne größere Vorkommnisse verlief, kam es in der darauffolgenden Nacht von Samstag auf Sonntag (19.-20.06.21) zu erheblichen Sicherheitsstörungen.
Deutschland Fussball Augsburg Fans11
Lange war es ruhig geblieben, doch dann eskalierte es. Foto: Bruder

Die Maximilianstraße füllte sich anfangs mäßig, trotz des Spielergebnisses gab es keine Feststellungen hinsichtlich größerer Autokorsos, einmal waren lediglich ca. 20 Fahrzeuge in lockerer Formation in der Innenstadt unterwegs, ansonsten fielen nur einzelne Fahrzeuge durch Hupen auf.
Der To-Go-Verkauf wurde pünktlich um 22.00 Uhr eingestellt.
Die Außenbewirtung schloss pünktlich um 24.00 Uhr.
Bis Mitternacht war die Stimmung in der Maximilianstraße größtenteils friedlich. Das Besucheraufkommen nahm bis Mitternacht immer mehr zu. Im Bereich des Herkulesbrunne hielten sich in der Spitze schließlich bis zur 1500 Personen auf.

Mit fortschreitender Stunde und Alkoholisierung kippte die Stimmung jedoch zusehends. Das Auftreten gegenüber Polizei und auch Rettungsdienst wurde zunehmend aggressiver. Aus größeren Gruppen heraus wurden die Maßnahmen von Polizei und Rettungsdienst immer wieder gestört, es kam zu Beleidigungen, Flaschenwürfen auf Einsatzfahrzeuge und -kräfte bis hin zu Widerstandshandlungen und tätlichen Angriffen.
Gegen 0.30 Uhr konnte eine sich anbahnende Körperverletzung im Bereich Maximilianstraße/Ecke Katharinengasse durch Polizeikräfte unterbunden werden. Zwei der Beteiligten leisteten im Anschluss jedoch erheblich Widerstand und spuckten den Beamten ins Gesicht. Ein Polizeibeamter wurde durch einen Fußtritt im Gesicht verletzt, eine Beamtin von einem Beteiligten zusätzlich bei der Festnahme massiv auf sexueller Grundlage beleidigt. Die Sachverhaltsaufnahme musste durch weitere Polizeikräfte abgeschirmt werden. Immer wieder versuchten Personen die Absperrung zu durchbrechen und zu den Beteiligten vorzudringen. Ein Mann ging hierbei zusätzlich mit Schlägen auf die Beamten los. Bereits zu diesem Zeitpunkt waren erhebliche Solidarisierungseffekte aus dem Bereich des Herkulesbrunnen festzustellen.

Gegen 0.45 Uhr bog ein Rettungsfahrzeug von der Maximilianstraße in die Katharinengasse ein. Zu diesem Zeitpunkt setzte massiver Flaschenbewurf aus Richtung des Herkulesbrunnen gegen die Einsatzkräfte ein. Anschließend drängte eine größere Personengruppe den Einsatz- und Rettungskräften hinterher in Richtung des Einsatzortes. Die medizinische Versorgung von hilfebedürftigen Personen war zum Teil erst möglich, nachdem diese in einen durch die Polizei abgeschirmten Bereich gebracht wurden. So musste beispielsweise eine bewusstlose Frau zunächst aus der Menge herausgetragen werden, bevor mit erste Hilfe Maßnahmen begonnen werden konnte. Auch Unbeteiligte wurden u.a. durch Flaschenwürfe verletzt.

Aufgrund dieser explosionsartigen aggressiven Stimmungslage und Mobilisierung gewaltbereiter Personen, wurden weitere Polizeikräfte zusammengezogen.

Infolge der aufgeheizten und aggressiven Stimmung und der Szenerie eines gemeinschaftlichen Landfriedensbruches war die Räumung des gesamten Bereichs erforderlich, um die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrechterhalten zu können. Zu diesem Zweck wurde mittels Lautsprecherdurchsagen zum Entfernen aufgefordert. Mehrere Durchsagen zeigten jedoch kaum Wirkung. Zudem war festzustellen, dass immer wieder eine größere Personenanzahl, offensichtlich aufgrund der Vorkommnisse, zum Herkulesbrunnen strömte. Schließlich mussten die Einsatzkräfte mit der Räumung in Richtung Maximilianstrasse beginnen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich noch ca. 200 – 300 pöbelnde Personen im Bereit der Katharinengasse/angrenzender Bereich Herkulesbrunne. Der Großteil der Personen wurde durch langsames Vordringen der Einsatzkräfte in Richtung des Ulrichsplatzes abgedrängt. Hierbei kam es immer wieder zu massiven Provokationen und Beleidigungen der Einsatzkräfte.

Gegen 02.00 Uhr erfolgte weiterer Flaschenbewurf von Einsatzkräften in der Maximilianstr./Ecke Kapuzinergasse.

Durch die Räumung wurden die Personenansammlungen immer wieder aus der Maximilianstr. verdrängt, traten dann an aber anderer Stelle wieder auf. So mussten weiterhin verschiedene Bereiche neu geräumt werden, u.a. am Moritzplatz, Elias-Holl-Platz und Rathausplatz.

Gegen 03.30 Uhr wurde der Rathausplatz (noch ca. 300 Personen) geräumt.

Insgesamt verzeichneten die Einsatzkräfte ca. 200 Flaschenwürfe gegen die Beamten, sowohl Plastik- (z.T. gefüllt) als auch Glasflaschen. Bei letzterem lag die Anzahl bei jedenfalls 20-30.
Insgesamt wurden 15 Beamte leicht verletzt, waren aber glücklicherweise weiterhin dienstfähig.

Darüber hinaus kam es insbesondere ab 01.00 Uhr im erweiterten Innenstadtbereich zu zahlreichen Mitteilungen über Ruhestörungen durch Partylärm auf der Straße, teilweise durch laute dröhnende Musik aus den Autos, Streitigkeiten, Körperverletzungen und auch zahlreichen Einsätzen mit alkoholisierten „hilflosen“ Personen, die durch Rettungswägen versorgt werden mussten.

Aufgrund der Ausschreitungen ermittelt die Polizei nun u.a. wegen Landfriedensbruch.

Zur weiteren Bewertung der Geschehnisse erfolgt im Laufe des Tages (Spätnachmittag) eine gemeinsame Pressemeldung der Stadt Augsburg mit der Polizei.

 
Auf dieser Seite lesen Sie die Pressemitteilungen der Polizeiinspektionen oder Feuerwehren. Diese werden »ungeprüft« von uns veröffentlicht. Für die Inhalte übernimmt Presse Augsburg keinerlei Verantwortung. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die jeweilige Dienststelle.