Baerbock kritisiert Außenminister Maas scharf – Schließt Koalition mit der Linkspartei nicht aus

Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, hat Bundesaußenminister Heiko Maas wegen der Versäumnisse bei der Evakuierung von Hilfskräften aus Kabul scharf kritisiert.

Pressebild1 Annalena Baerbock 2021
Foto: Bündnis 90/Die Grünen

„Wie kann es sein, dass der Außenminister nicht auf die Warnungen seiner eigenen Diplomaten hört?“ sagte Baerbock in der Sendung „RTL Direkt“ am Montagabend. Die dramatische Zuspitzung der Lage sei „mit Ansage gekommen“. Über einen möglichen Rücktritt von Maas zu sprechen, sei indes nicht der Moment.

Hintergrund sind Berichte, wonach die deutsche Botschaft in Kabul intern mehrfach vor einem raschen Angriff der Taliban auf Kabul gewarnt hat.

Bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus Afghanistan würde sich Baerbock als Kanzlerin großzügig zeigen. „Wir brauchen große Kontingente und klare Zusagen“, erklärte sie, auch um gerade Frauenrechtlerinnen und andere bedrohte weibliche Personen vor den Taliban zu retten.

Grüne pochen auf Kontingentlösung für afghanische Flüchtlinge

Mit Blick auf mögliche Koalitionsmehrheiten nach der Bundestagswahl schloss Baerbock ein Zusammengehen mit der Linkspartei ausdrücklich nicht aus. Es gebe zwar „große Unterschiede zur Linkspartei“, aber die gebe es „zu anderen Parteien auch“, so Baerbock.

Zum Abschluss der Sendung sagte Baerbock zu RTL-Direkt-Moderator Jan Hofer: „Wenn Sie sich trauen, zu Let´s dance zu gehen, dann glaube ich auch, dass wir diesem Land alles zutrauen können, sich in Zukunft zu erneuern!“