Die Bahn zieht Konsequenzen aus dem Kabel-Anschlag auf den bundesweiten Zugfunk im Oktober, der zu Zugausfällen in Norddeutschland geführt hatte, und verstärkt den Schutz des bundesweiten Schienennetzes. Eine Bahn-Sprecherin sagte der „Bild am Sonntag“: „In Abstimmung mit der Bundespolizei setzen wir zusätzliche Sicherheitskräfte ein, um die Infrastruktur besser gegen Eingriffe zu schützen. Es werden weitere mobile Präsenz- und Präventionsstreifen von DB-Sicherheit eingesetzt.“

Die Behörden gehen bei dem Anschlag von einer „politisch motivierten Tat“ aus, haben aber noch keine Hinweise auf die Täter. Klar ist bislang nur, dass diese ein erhebliches Know-How gehabt haben müssen: So wurden bei dem Anschlag zwei zueinander redundante Lichtleiterkabel bei Herne und Berlin-Karow gezielt durchtrennt. Daraufhin fiel das GSM-R-Funknetz der Deutschen Bahn in Teilen Norddeutschlands komplett aus. Sprechfunk zwischen Leitstellen und Zügen, die digitale Übermittlung von Fahrplandaten und der Kontakt zu Lokführern und Personal waren nicht mehr möglich. Der gesamte Zugverkehr in Norddeutschland musste für etwa drei Stunden eingestellt werden. In Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein fielen weite Teile des Fern- und Regionalverkehrs aus , auch der gesamte ICE-Verkehr zwischen Berlin, Hannover und Nordrhein-Westfalen.

Foto: Winter bei der Deutschen Bahn, über dts Nachrichtenagentur

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