Bahnhofstunnel | 12.000 Stimmen dagegen – Wie geht es weiter?

Rund um den Augsburger Hauptbahnhof wird seit einigen Monaten gegraben und gebohrt. Der veraltete Bahnhof soll zu einer Mobilitätsdrehscheibe ausgebaut werden. Ein Teil der damit zusammengehörenden Maßnahmen ist der im vergangenen Jahr eröffnete „neue“ Königsplatz.Doch auch die Umgestaltung des Bereichs um den Bahnhof mit direkter Verbindung zu den Straßenbahntrassen ist Teil dieses mit vielen Millionen Euro geförderten Projekts. In den Planungen ist ein Tunnel zum Bahnhof einer der elementaren Bestandteile. Gegen diesen erheben sich nun aus einem Bürgerbegehren heraus laute Stimmen.

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Dunkle Wolken über der Baustelle Hauptbahnhof – 12.000 sind gegen den Tunnel. Wie geht es weiter? | Foto: Dominik Mesch

Über 12.000 Unterschriften gegen das Bauvorhaben wurden bei Augsburger Bürgern gesammelt und der Stadtregierung übergeben. Doch diese sieht weder die Notwendigkeit, wie von den Aktionisten gefordert, das Vorhaben zu stoppen, noch ein Bürgerbegehren zu zulassen. Gegen diese Haltung macht sich nun Gegenwind aus den Oppositionsreihen breit. Der Fraktionsvorsitzende der AfD, Thomas Lis, erklärte in seinem Schreiben an den Oberbürgermeister seine Haltung.  „Die Baukosten für dieses Projekt werden aus unserer Sicht die uns bisher bekannten 108 Mio. € mit Sicherheit deutlich überschreiten und gefährden damit auch die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojektes und werden trotz hoher Zuschussraten die finanzielle Kraft der Stadtwerke auf Dauer stark einschränken.“ Auch Einschränkungen für den anliegenden Einzelhandel und im Komfort für die Reisenden sieht Lis.

Auch der frühere Bürgermeister und jetzige CSM-Fraktionsvorsitzende Hermann Weber fordert die 12.000 Unterschriften ernst zu nehmen. Seine Fraktion stehe auch weiter zu den im Stadtrat gefassten Beschlüssen zur Mobiliätsdrehscheibe und dem geplanten Tunnel mit Umsteigehaltestelle unter dem Bahnhof. Um langwierige Diskussionen und Streitigkeiten auszuschließen beantragt seine Fraktion allerdings vor dem Stadtrat nochmals einen Beschluss vorzulegen. Es soll nochmals klar erklärt werden, das an den bisher gefassten Entscheidungen festgehalten wird. Zudem möchte er dort festgelegt haben, dass die künftige Straßenbahnlinie 5 stadteinwärts und stadtauswärts über dir Rosenaustraße mit Weiterführung zur Ackermannstraße und nicht als Flügellösung über die Hörbrotstraße erfolgen wird.