Auf vielfachen Wunsch aus der Region hatte das Bahnprojekt Ulm-Augsburg (ULA) heute die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) in Neu-Ulm zu Gast. Ziel war es, deren Überlegungen für den künftigen Regionalverkehr zwischen beiden Städten vorzustellen. Ein großer Nutzen des Bahnaus- und Neubaus liegt darin, mehr Platz für Nahverkehrszüge zu schaffen. Die Geschäftsführerin der staatlichen BEG, Bärbel Fuchs, informierte dazu die Dialoggremien des Bahnprojektes ULA mit ihren Mandatsträgern und Vertretern aus der Region sowie die Presse. 

Dabei ging es auch um die prognostizierten Verkehrszuwächse auf der Schiene. Die Bahn verwies auf die Prognosen des Bundes, wonach die Zahl der Fernverkehrszüge auf über 110 pro Tag und damit um rund 70 Prozent zunehmen soll. Beim Regionalverkehr wird die Zunahme voraussichtlich im Landkreis Augsburg am deutlichsten sein.
 

Bahnprojekt Ulm Augsburg Strecke Ueberquert Bab 8 Bei Burgau
Bahnprojekt Ulm-Augsburg, Strecke überquert BAB 8 bei Burgau

Bogen um Naturschutzgebiet
 

DB-Gesamtprojektleiter Markus Baumann erläuterte eine Reihe von Beispielen, wie die Bahn Ideen aus der Region in ihre Planungen einbindet. Baumann: „Das Projektteam erhält regelmäßig Vorschläge aus der Region. Alle Ideen prüfen wir im Hinblick auf ihre Umsetzbarkeit. Bei Burlafingen haben wir unsere Planungen auf diese Weise verbessern können. Wir haben nun einen Abschnitt umgeplant und umfahren damit ein Naturschutzgebiet.“

Engpässe in Planungsbüros führen zu Verzögerungen
 

Weniger erfreulich ist der Ausblick auf die anstehenden Vorplanungen. Bei der Vergabe an Fachbüros handelt es ich um ein großes Volumen von sogenannten 1100 Leistungspositionen. Darunter befinden sich z.B: 230 Kreuzungsbauwerke und 40 Tunnels. „Für unsere Planungsleistungen haben wir leider erst nach einer zweiten Ausschreibungsrunde und nach langer Bearbeitungszeit Angebote erhalten“, teilte der Projektleiter mit. Ursächlich ist die überall deutlich gestiegene Nachfrage nach Planungsleistungen zusammen mit personellen Engpässen in den Planungsbüros. Der Abschluss der Vorplanung wird sich entsprechend verzögern und damit auch die Parlamentarische Befassung – ursprünglich für Anfang 2024 vorgesehen, kann sie nun voraussichtlich erst Ende 2024 stattfinden.