Basketballer von Ratiopharm Ulm nach Erfolg über Podgorica im EuroCup in heimischer Arena weiter ungeschlagen

Mit einem 84:67 Heimerfolg über Buducnost VOLI Podgorica bleiben die Basketballer von Ratiopharm Ulm im EuroCup in heimischer Arena ungeschlagen. Die Rückkehr von Meisterheld Brandon Paul sorgte im Vorfeld der Partie für viel Emotionen in Form von Freude, aber auch Tränen.

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Foto: PM BBU

Emotional, Gänsehaut und einmal Ulmer, immer Ulmer – nichts beschreibt die Rückkehr des Brandon Paul besser. Neben einem fulminanten Endspurt des Teams von Trainer Anton Gavel und dem daraus resultierenden fünften Sieg im EuroCup stand vor allem die Heimkehr des letztjährigen Meisterschaftshelden Brandon Paul (in Ulmer Kreisen auch „Mr. Clutch“ genannt, was auf seine Nervenstärke und seine häufig spielentscheidenden Aktionen anspielt) im Vordergrund. Nicht nur der Ulmer Fanclub „FAN-ATTACK-ULM“ empfing den 32-Jährigen mit einem netten Spruchband herzlichst, sondern auch der Verein würdigte die besondere Leistung für den größten Erfolg der Vereinsgeschichte mit dem in Basketballdeutschland einmaligen Meisterschaftsring. Wenige Augenblicke vor Tip-Off erhielt der US-Amerikaner unter wohlverdienter Standing Ovation seine eigene Zeremonie. Das spezielle Andenken überreichten die Geschäftsführer Thomas Stoll und Andreas Oettel höchstpersönlich. Dabei sorgten seine alten Teamkameraden aber für den wohl herzerwärmendsten Moment, als das verbliebene Meisterteam geschlossen auf das Feld kam und den sichtlich emotional berührten Paul umarmte – ein Moment, welcher bei dem ein oder anderem Ulmer feuchte Augen erzeugte. Zurück zum Sport und zu einer enorm unterhaltsamen Anfangsphase. Es regnete zu Beginn auf beiden Enden des Feldes Dreier, darunter war selbstverständlich auch Dreierspezialist Paul maßgeblich beteiligt, der nochmals vor den Ulmer Fans zu Höchstform auflief (4/6 Dreier, davon drei im ersten Viertel). Somit entwickelte sich das erste Viertel zu einer offensivgeprägten Partie. Dabei legten die Ulmer im ersten Spielabschnitt eine phänomenale Dreierquote auf (5/7 – 71,4%), welche aber mit laufender Spieldauer nicht anhielt. Auch zum Start der zweiten Hälfte blieb es zunächst zerfahren und hart umkämpft. Am Ende entschied ein rasanter Schlusssprint, der einen 13:0 Lauf beinhaltete, die Partie. Die Ulmer erhöhten in dieser Phase die Intensität in der Abwehr, setzten sich willensstark unter den Brettern durch und erspielten sich aussichtsreiche Abschlusspositionen. Neben einer durchaus starken Dreierquote von 42,9% (15/35) waren die Rebounds ein entscheidender Faktor. Mit insgesamt 39 Rebounds sammelte man insgesamt elf mehr als der Gast. 

Nach der Gänsehaut-Begrüßung für Publikumsliebling Brandon Paul war es Zeit für Basketball. Wie der Sport häufig ist, markierte Mr.Clutch höchstpersönlich den ersten Dreier und die ersten Zähler in der Ratiopharm Arena. Es herrschte in der Anfangsphase ein hohes Spieltempo mit viel Offensivdrang auf beiden Seiten. Die Ulmer fanden in der Halbfeldoffensive den eigenen Rhythmus, demonstrierten aber auch frühzeitig den Ulmer-Fast Break-Basketball: Trevion Williams fungierte als Stoppschild, blockte den Ball und leitete das Umschaltspiel ein – Kapitän Tommy Klepeisz war der Nutznießer, hatte beim anschließenden Korbleger keine Mühe (9:7, 4.). Defensiv fehlte allerdings der Zugriff, denn der Gast zeigte sich sichtlich vom frischen Trainerwechsel motiviert. Somit war das erste Viertel nicht nur offensivgeprägt, sondern auch ausgeglichen – vor allem einer brachte aus Podgorica ein weiches Handgelenk mit: Brandon Paul verwandelte in Scharfschützenmanier seine ersten drei Distanzwürfe allesamt (17:19, 8.) und erinnerte an alte Ulmer Tage. Auch das Team von Anton Gavel feuerte munter, aber vor allem erfolgreich von außen (5/7 – 71,4%). Erst bestrafte Philipp Herkenhoff die zögerliche Defensive, danach vollendete Dakota Mathias mit einem weiteren Dreier den 8:0 Lauf (23:19, 10.). Auch im zweiten Spielabschnitt suchte das Team vermehrt den Abschluss aus der Distanz. Dort präsentierte sich allen voran Center Williams brandgefährlich  (3/3 3er). Der offensive Flow aus dem ersten Viertel war aber längst abhandengekommen. Der Gast machte in der Folge die Zone dicht, verließ sich darauf, dass der Ulmer-Dreier nicht mehr effizient fiel – das stellte das Team vor Probleme. Den zwischenzeitlichen 7:0 Lauf Podgoricas beendete Youngstar Pacôme Dadiet mit einem offenen Dreier aus der Ecke und glich wenige Sekunden vor der Halbzeitpause aus (37:37, HZ.). 

Die zweite Halbzeit eröffnete Spielmacher Juan Núñez mit einem kleinen Tango-Tänzchen: der Spanier setzte einen feinen Crossover, der zum erfolgreichen Stepback-Wurf führte. Die defensive Intensität, die bereits im zweiten Viertel immens anstieg, führten beide Teams auch zum Start der zweiten Hälfte fort. Die spielerische Leichtigkeit aus dem ersten Viertel ging zwar verloren, aber die Ulmer bissen und zeigten jederzeit leidenschaftlichen Einsatz – erst sammelte Williams einen Offensivrebound ein, in der nächsten Sequenz ermöglichte Núñez  eine zweite Chance, welche in einen Karim Jallow Dreier aus der Ecke mündete (44:39, 25.). Mit dem nächsten orangenen Scoring Run (7:0) stellten die Uuulmer in Person von Herkenhoff erstmalig auf eine zweistellige Führung. Was fehlte bislang: Exakt, ein wilder Dreier von Scharfschütze Mathias – die Nummer 31 brachte sich mit einem Dribbling in Position und versenkte dann spektakulär im Rückwärtsfallen. In den ersten Minuten des Schlussabschnitts kämpfte sich Podgorica wieder ran, da die Ulmer erneut Schwierigkeiten hatten, in der Halbfeldoffensive in gute Abschlusspositionen zu kommen. In der Phase dominierten beide Defensivreihen und der offensive Spielfluss litt darunter. So gab es mitten im Viertel eine knapp vierminütige Durststrecke aus dem Feld, die dann Jallow nach herrlichem Zuspiel von Núñez in Korbnähe enden ließ (66:57, 36.). Energizer Jallow riss die Partie danach an sich, ragte heraus und läutete einen phänomenalen 13:0 Lauf zum Ende der Partie ein – dieser besiegelte den vierten EuroCup-Heimsieg.

Ulms Head Coach Anton Gave ist zufriedenl: „Erst einmal sind wir sehr glücklich heute Brandon wiedergesehen zu haben. Es war mit großer Freude zu beobachten, wie ihn alle hier willkommen geheißen haben. Er hat einen großen Teil zu diesem Erfolg letzte Saison beigetragen und deshalb gebührt ihm dafür nochmal ein großes Dankeschön. Zum Spiel, ich denke wir haben im zweiten Durchgang in der Defensive eine Schippe draufgelegt, haben dem gegnerischen Druck standgehalten und speziell die Bewegungen ihres Spielmachers McKinley Wright unterbunden. Yoan Makoundou hat uns in der ersten Halbzeit sehr wehgetan, irgendwann konnten wir dann die Rebounds besser kontrollieren. Offensiv haben wir Lösungen kreiert und einfache Punkte in der Umschaltbewegung erzielt. Alles in allem sind wir sehr glücklich über den Sieg nach der Niederlage in Cluj. Weiter geht´s.“