Bauernpräsident erwartet Pleitewelle bei nächster Dürre

Die Landwirte in Deutschland schauen dem Jahr 2020 mit Sorge entgegen. „Die Nachwirkungen des Dürresommers 2018 und des in manchen Regionen trockenen Sommers 2019 kann die Landwirtschaft so schnell nicht verkraften“, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, der „Welt“ (Freitagsausgabe). „Ein weiteres trockenes Jahr wäre für etliche Betriebe existenzgefährdend“, so der Bauernpräsident weiter.

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Die Landwirte spürten die Auswirkungen des Klimawandels in Form extrem lang anhaltender Wetterbedingungen. „Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass es entweder trockenheiß oder feuchtwarm wird“, sagte Rukwied. Neue Forderungen nach Subventionen wolle er „im Moment“ nicht stellen.

„Allerdings verlangen wir weiter eine steuerfreie Risikorücklage, damit die Landwirte selbst das Risikomanagement für ihren Betrieb übernehmen können“, so der DBV-Präsident. Der Einsatz des umstrittenen Herbizids Glyphosat könne helfen, die Folgen des Klimawandels in den Griff zu bekommen. „Bei klimaschonenden Verfahren wie Mulchsaat und Direktsaat ist der Wirkstoff ein notwendiges Werkzeug für bestimmte Witterungssituationen – nicht in jedem Jahr und nicht auf jedem Acker“, so Rukwied. Aus wissenschaftlicher Sicht sei Glyphosat „nicht umstritten“.

Es werde „durchweg als unbedenklich eingestuft“, so der Bauernpräsident weiter. Die Alternative bestehe in einer verstärkten Nutzung mechanischer Verfahren wie dem Pflug, was jedoch mit einem höheren Treibstoffverbrauch verbunden sei. „Die Klimaziele sind dann schwerer zu erreichen“, sagte Rukwied der „Welt“. Außerdem steige das Risiko einer Erosion des Ackerbodens durch Wind und Niederschläge.

Der Bauernpräsident sprach sich gegen eine polarisierende Schwarz-Weiß-Diskussion aus. Ob Glyphosat oder andere Methoden angewandt würden, müsse der Landwirt in jedem Einzelfall entscheiden.