Baumfällarbeiten am Augsburger Herrenbach sollen heute weitergehen – Erneute Proteste angekündigt

In der vergangenen Woche hatten großangelegte Baumfällarbeiten entlang des Augsburger Herrenbachs für einen großen Aufschrei in der Stadtgesellschaft gesorgt. Protestierende hatten versucht die Arbeiten zu verhindern. Wenn es heute am Lechkanal weitergeht, ist erneut damit zu rechnen.33786392_2045863295656311_6004816342295773184_n Baumfällarbeiten am Augsburger Herrenbach sollen heute weitergehen - Erneute Proteste angekündigt Augsburg Stadt News Politik Augsburg Augsburg-Herrenbach Baumfällaktion Herrenbach | Presse Augsburg

In der vergangenen Woche wurden entlang des Herrenbachs 34, teils recht alte, Bäume gefällt. Aus Gründen des Hochwasserschutzes soll dies notwendig gewesen sein. Am Freitag zuvor hatte es eine erste Information der Stadt Augsburg an die Medien über die Aktion gegeben, am Abend vor Beginn der Arbeiten wurden die Anwohner in einer Bürgerversammlung  in Kenntnis gesetzt. Der Aufschrei war dort bereits groß, Proteste wurden angekündigt und am nächsten Tag auch durchgeführt. Die Arbeiten konnten erst mit Verspätung starten. Wenn heute die nächsten der insgesamt 96 Bäume gefällt werden, ist erneut mit einer Protestaktion zu rechnen.

Auch im Internet machen die Gegner der Aktion mobil und haben eine Online-Petition gestartet. 1125 Unterstützer (davon 680 aus Augsburg) haben sich der Forderung nach einem sofortigen Stop der Abholzung bereits angeschlossen. Bis Mitte der Woche kann man sich dort noch eintragen. (Stand 4.6. 7 Uhr)

Nicht alle Anwohner dagegen

Doch nicht alle Anwohner sind gegen diese Baumfällaktion, wie ein Facebook-Post des Augsburger Oberbürgermeisters Dr. Kurt Gribl zeigt. Das Stadtoberhaupt hatte einen Brief erhalten, in dem sich direkte Anlieger bei ihm für die Durchführung der Maßnahme bedanken.

Auch auf politischer Seite gibt es Forderungen und Verärgerung

Die Baumfällaktion findet auch im politischen Augsburg nicht nur Zustimmung.  Wir haben einige Statements für Sie zusammengefasst.

„In Augsburg gab es laut der Wetterstatistik des Deutschen Wetterdienstes in den letzten sechs Monaten Windstärken bis Stärke 11 (von 12), denen die Bäume offensichtlich problemlos Stand gehalten haben. Von „Gefahr im Verzug“ zu sprechen scheint daher übertrieben, besonders jetzt, nachdem die Bäume entfernt wurden, die als größtes Risiko betrachtet worden sind.“, so Max Becker , Vorsitzender der nicht im Stadtrat vertretenen CSM. Er fordert ein Ende der Arbeiten und setzt auf einen offenen Dialog. Es gebe durchaus Möglichkeiten die Bäume zu erhalten.

Thomas Lis (Pro Augsburg) ist Mitglied im Umweltausschuss. Er kritisiert vor allem die Vorgehensweise bei den Arbeiten. „. Hatte die verantwortliche Leiterin des Grünordnungsamtes noch bei der kurzfristig anberaumten Infoveranstaltung auf explizite Nachfrage verharmlosend beschrieben, dass sehr sorgsam mit den Tieren umgegangen würde, strafen sie nun die Bilder des Folgetages Lügen. Obwohl der Grüne Umweltreferent Erben mindestens zu Beginn der Fällaktion vor Ort war, geschah genau das Gegenteil von der angeblichen Vorgehensweise, die Bäume wurden  im Ganzen unten am Stamm abgesägt. Pro Augsburg fordert daher umgehend eine ausführliche und detaillierte Berichterstattung des Umweltreferenten und der Amtsleiterin, wie die tatsächliche Vorgehensweise war und warum diese so massiv von der vorgesehenen Methode abwich. Dazu werden wir zeitnah einen Antrag stellen.“

ÖDP-Stadtrat Christian Pettinger fordert, ähnlich wie die SPD und CSU, eine sofortige Ersatzbepflanzung am Herrenbach: Pettinger: „Es nützt niemandem, wenn wir als Ersatzpflanzung Bäume am Ortsrand von Lechhausen oder Pfersee anpflanzen. Die Ausgleichsmaßnahmen haben direkt im Umfeld, in jedem Fall aber im Wohnviertel Herrenbach zu erfolgen.“

Auch wenn es über die Notwendigkeit der Aktion Uneinigkeit gibt, in einem stimmen die meisten Lokalpolitiker zu. „Die Informationspolitik gegenüber der Bürgerschaft war äußerst suboptimal und darf so nicht mehr passieren!“, wie es PD-Fraktionsvorsitzende Margarete Heinrich formulierte.

Heute nun soll die Aktion also fortgeführt werden. Das Thema „Herrenbach“ wird Augsburg noch einige Zeit beschäftigen.