Strafbefehlsantrag gegen einen 56-jährigen Baumkontrolleur wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung wegen des Vorfalls im Juli 2021, bei dem ein 20-Monate altes Kleinkind durch einen umfallenden Baum auf einem Kinderspielplatz in Augsburg-Oberhausen tödlich verunglückte.

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Foto: Feuerwehr

Die Staatsanwaltschaft hat gegen einen 56 – jährigen Mitarbeiter der Stadt Augsburg nunmehr den Erlass eines Strafbefehls beim Amtsgericht Augsburg wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung beantragt. Am 10.07.2021 gegen 10.47 Uhr stürzte auf einem Kinderspielplatz in Augsburg – Oberhausen ein Ahornbaum um und traf ein 20-Monate altes Kind, das sich mit seiner Mutter dort aufhielt. Beide wurden schwer verletzt, das Kind verstarb wenig später im Krankenhaus.

Dem Baumkontrolleur wird zur Last gelegt, bei der letzten Kontrolle des Baumbestandes im Mai 2020 Auffälligkeiten, die Hinweise auf einen Pilzbefall ergaben, nicht bemerkt, weitere Untersuchungen unterlassen und dadurch die fehlende Standsicherheit des Baumes nicht erkannt zu haben. Nach dem Ergebnis umfangreicher Sachverständigengutachten wäre die Gefahr, die von dem Baum ausging, erkennbar gewesen.

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Das Gericht verhängte in dem Strafbefehl antragsgemäß eine Verwarnung unter Strafvorbehalt. Das bedeutet im konkreten Fall, dass die Verhängung einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Zudem muss der Baumkontrolleur eine vierstellige Geldauflage an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig