Etwa 350.000 Kinder und Jugendliche haben chronische Schmerzen, die die Betroffenen und deren Alltag schwer beeinträchtigen. Jetzt kann ihnen auch in Augsburg geholfen werden. Das Bayerische Kinderschmerzzentrum an der Kinderklinik Augsburg wurde nun feierlich eingeweiht.

Foto: Wolfgang Czech

 

Schmerz ist ein Urgefühl. Es hilft der Menschheit zu überleben und sich zu entwickeln. Das Schmerzerleben
geschieht auf vielen verschiedenen Ebenen gleichzeitig (körperlich, seelisch, psychisch) und wird umso komplexer
je chronischer der Schmerz wird.

„Chronische Schmerzen – gibt es das auch schon bei Kindern?“ In Deutschland leben ca. 350.000 Kinder und Jugendliche, die von chronischen Schmerzen stark beeinträchtigt sind. Um diesem Problem zu begegnen haben wir im November 2015 das Bayerische Kinderschmerzzentrum mit unserer Kinderschmerzstation „Gipfelstürmer“ eröffnet. Betroffenen und ihren Familien werden Wege aus oftmals verfahrenen Situationen aufgezeigt und mit ihnen beschritten. Bei der Umsetzung unseres Projektes haben wir großartige Unterstützung durch eine Vielzahl von Gönnern erfahren, die sowohl den Beginn als auch die Fortführung unseres ehrgeizigen Projektes ermöglichen.

So hieß es in der Einladung zur zur Feierlichen Einweihung des Bayerischen Kinderschmerzzentrums an der Kinderklinik Augsburg.

Früher wurden Kinder mit chronischen Schmerzen nicht allzu ernst genommen. Früher dachten viele Kinderärzte, Schmerzbehandlung bei Kindern könne man „nebenher mitbehandeln“. Bis vor kurzem gab es ein Kinderschmerzzentrum in Datteln im Ruhrgebiet, eines in Hamburg, eines in Stuttgart. Nun gibt es auch ein Kinderschmerzzentrum am Klinikum Augsburg, es ist das Bayerische Kinderschmerzzentrum.

Chronische Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen sind ein bislang weitgehend unterschätztes Thema. In Deutschland geben circa 70 Prozent der Kinder zwischen sechs und 17 Jahren an, an wiederkehrenden Schmerzen zu leiden. Etwa 350.000 Kinder und Jugendliche haben chronische Schmerzen, die die Betroffenen und deren Alltag schwer beeinträchtigen. Es entsteht eine chronische Schmerzstörung, die durch viele Faktoren beeinflusst wird. Diese sind sowohl körperlich (bio) als auch seelisch (psycho) als auch durch das soziale Umfeld bedingt. Daher muss entsprechend eines bio-psycho-sozialen Schmerzmodells interdisziplinär, also ganzheitlich, behandelt werden.