Bayern: Kritik an Staatsgemäldesammlungen wegen Sicherheitsmängeln

Mehrere Mitarbeiter der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen beklagen offenbar erhebliche Sicherheitsmängel in den Pinakotheken. „Dresden wäre hier täglich möglich“, zitiert der „Spiegel“ eine ungenannte Person. Die Mitarbeiter, die Beobachtungen aus ihrer Zeit in der Münchner Pinakothek der Moderne dem „Spiegel“ eidesstattlich versichert haben, waren bis vor Kurzem für die Sicherheit des dortigen Depots zuständig.

Sie schildern unter anderem, dass mindestens bis September die Depotordnung sträflich missachtet worden sei und sich externe Mitarbeiter während ihrer Schichten in der Sicherheitszentrale Pizza holten, statt vor den Videobildschirmen zu sitzen. In München, so sagen die Angestellten, könne man „in die Depots reinlaufen und wieder rauslaufen mit Gott weiß was unter dem Kittel“. Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen weisen die Vorwürfe zurück.

Noch im Oktober habe man zusammen mit dem Landeskriminalamt die Sicherheitsvorkehrungen überprüft und keine Mängel festgestellt, teilte eine Sprecherin mit. Man verfüge über „wirkungsvolle Sicherheitskonzepte“. Bayerns Wissenschafts- und Kunstminister Bernd Sibler bestätigte, über die Vorgänge in der Pinakothek der Moderne informiert zu sein und erklärte, „Maßnahmen“ ergriffen zu haben. Der Wissenschaftsausschuss des Bayerischen Landtags forderte die Staatsregierung auf, „so bald als möglich zu berichten“, welche technologischen Möglichkeiten genutzt werden könnten, um die Sicherheit bayerischer Kulturgüter zu erhöhen.

Die Staatsgemäldesammlungen betreuen einen wesentlichen Teil der Kunstschätze in Bayern. Sie betreiben fünf Museen und zwölf Staatsgalerien. Dort lagern etwa 30.000 Objekte.