Bayerns Arbeitgeber machen die IG Metall mitverantwortlich für die großen Konjunkturprobleme in zahlreichen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie. „In den vergangenen Jahren ist die Tarifpolitik aus dem Ruder gelaufen. Wir hatten in der Metall- und Elektroindustrie mehrere sehr hohe Tarifabschlüsse, die viele Unternehmen überfordern“, sagte die Familienunternehmerin Angelique Renkhoff-Mücke, die für den Bayerischen Unternehmensverband Metall und Elektro (BAYME) seit 2011 die Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft führt, der „Welt“ (Freitagsausgabe).

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Zu der Branche zählen unter anderem die Autoindustrie, der Maschinenbau sowie der Stahlsektor. Die Tarifpolitik der IG Metall sei mit Schuld daran, dass jetzt etliche Industriebetriebe Kurzarbeit anmelden, Stellen abbauen oder – wie einige Autozulieferer – sogar Insolvenz anmelden müssten, so die Arbeitgebervertreterin weiter. „Denn unsere Lohnstückkosten sind im internationalen Vergleich übermäßig stark gestiegen. Wir Arbeitgeber haben immer davor gewarnt, dass sich das im Abschwung rächen werde, wie dies jetzt schon vielerorts geschieht“, sagte Renkhoff-Mücke. Im Vorfeld des Gewerkschaftstages der IG Metall, der am Sonntag beginnt, forderte die Arbeitgebervertreterin von der Gewerkschaft eine tarifpolitische Kehrtwende. „Der letzte Abschluss hat nicht nur durch die Höhe, sondern auch durch seine Komplexität die Betriebe überstrapaziert“, so die Familienunternehmerin. Vor allem die mit dem letzten Tarifabschluss eingeführte Regel, nach der bestimmte Beschäftigte zwischen einer prozentualen Sonderzahlung und zusätzlichen Urlaubstagen wählen können, kritisierte die Arbeitgebervertreterin als bürokratischen Irrweg. „Das geht so nicht mehr weiter“, sagte Renkhoff-Mücke der „Welt“. Die Tarifpolitik müsse sich wieder darauf konzentrieren, Mindestbedingungen festzulegen, die für alle Betriebe finanziell tragbar und handhabbar sind. Was dann „on top“ draufgesetzt werde, sollte auf betrieblicher Ebene vereinbart werden, so die Familienunternehmerin weiter.