Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag, Ludwig Hartmann, fordert eine neue Aufstellung der Partei. „Wenn es die Umfragen weiterhin hergeben, bin ich für eine klare Kanzlerkandidatur und gegen eine Doppelspitze bei der nächsten Bundestagswahl“, sagte Hartmann der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS). Hartmann selbst war bei der Landtagswahl in Bayern im Tandem mit einer Kandidatin angetreten.

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Hartmann sprach sich dafür aus, den Kanzlerkandidaten in einer Urwahl zu bestimmen: „Dieser basisdemokratische Prozess und grüne Inhalte sind wichtiger als Anzahl oder Geschlecht der Kandidierenden.“ Heute schon sei es gang und gäbe, dass die Grünen nur einen Kandidaten aufstellen, wenn es um die Posten von Landräten und Bürgermeistern geht. Sogar bei bayerischen Landtagswahlen war das schon mehrmals so.

Die Mitglieder würden einen Kanzlerkandidaten in einer Urwahl besonders beurteilen, zeigte sich Hartmann überzeugt: „Es geht dann nicht nur darum, wer einen guten Wahlkampf macht, sondern wer das Amt des Bundeskanzlers ausfüllen kann.“ Andere in der Parteispitze äußerten sich gegenüber der FAS viel vorsichtiger. Tarek Al-Wazir, führender Mann in Hessen, warnte: „Könnte es sein, dass die Stärke der Grünen gerade darin liegt, dass wir uns nicht an jedem Tag mit der Frage beschäftigen: Und was wird aus mir? Deshalb sollten wir uns jetzt nicht eine Debatte über Kanzlerkandidaten aufnötigen lassen.“ Die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt, selbst zweimal Spitzenkandidatin in einem Tandem, verwies darauf, dass ihr noch kein Bundestagswahltermin bekannt sei: „Wir stehen als Führung eng zusammen und werden eine Lösung finden. Alles zu seiner Zeit.“

Sogar der Parteilinke Jürgen Trittin hob auf die derzeitige Geschlossenheit ab: „Ich habe nicht den Eindruck, dass wir derzeit an Führungsschwäche leiden – ganz im Unterschied zu CDU und SPD.“