Vor dem Hintergrund der heute von der Bundesregierung beschlossenen Laufzeitverlängerungen für die drei restlichen deutschen Atomkraftwerke bis zum kommenden April reißt die Kritik aus der Wirtschaft nicht ab. „Manchmal hat man das Gefühl, man wird wirklich von einem Narrenschiff Utopia in Berlin regiert – und manche Teile davon sind auch in Brüssel“, sagte Klaus Josef Lutz, Vorstandschef des Münchner BayWa-Konzerns, in einem Gespräch mit RTL/ntv.

Das Unternehmen ist einer der großen Entwickler und Anbieter von Lösungen im Bereich Erneuerbare Energien. „Wir brauchen eine energiepolitische Strategie dieser Bundesregierung“, sagte Lutz. Er wisse nicht, wie es bezogen auf die Energiesicherheit in Deutschland weitergehen solle. Laut Lutz, der auch Präsident der IHK für München und Oberbayern ist, fehlt eine klare Strategie. Es brauche eine Grundlast, um die Energieversorgung sicherzustellen. Aber die Politik wolle kein Gas mehr, keine Kohle und auch kein Fracking. „Und die erneuerbaren Energien reichen hinten und vorne nicht aus.“ „Ich rede hier, um das auch mal deutlich zu sagen über einen Brückenzeitraum von 10 bis 15 Jahren. Wie das finanziert werden soll, ist mir schleierhaft. Es wird Zeit, hier ehrlich mit den Bürgern und auch authentisch mit den Unternehmen zu sprechen.“ Zwar würden viele Unternehmen noch Gewinne machen, auch sein Konzern die Baywa AG konnte im vergangenen Quartal erneut Gewinn und Umsatz steigern, die Aussichten seien trotzdem düster.

„Ich gehe davon aus, dass die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft massiv leiden wird, vor allem im energieintensiven Sektor. Wir sind trotz Gas- und Strompreisbremse nicht wettbewerbsfähig im internationalen Konzert“, so Lutz gegenüber RTL/ntv.