BDI begrüßt Wiederaufnahme der Brexit-Verhandlungen

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat die Wiederaufnahme der Brexit-Verhandlungen begrüßt. Es sei ein „lang erwartetes Signal“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang am Montag. „Die Coronakrise verlangt beiden Parteien ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und wertvoller Zeit ab.“

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Unerwartet seien zu den großen inhaltlichen Hürden „immense organisatorische Herausforderungen“ gekommen. „Das erschwert die Verhandlungen seit Wochen massiv“, so der BDI-Hauptgeschäftsführer. Die unmittelbar vom Brexit betroffenen Unternehmen seien gezwungen, „in einem Atemzug zwei Krisen zu meistern“.

Durch die Corona-Maßnahmen seien die Liefer- und Wertschöpfungsketten in Europa bereits unterbrochen. „Mit dem Austritt Großbritanniens drohen zusätzlich schwerwiegende Verzögerungen“, sagte Lang. „Noch fataler wären die Auswirkungen bei einem Ende der Übergangsphase ohne Folgeabkommen.“ Die Wirtschaft sei besorgt darüber, dass das Scheitern der Verhandlungen zur Realität werde.

„Es droht ein fehlendes Folgeabkommen.“ Unternehmen müssten sich in jedem Fall ab dem kommenden Jahr auf erschwerte Bedingungen einstellen. Die Zeit sei mehr als knapp, so Lang weiter. „Den Verhandlern sollte klar sein, dass kaum mehr Möglichkeiten zur Abfederung der Brexit-Folgen bestehen.“

Es müsse jetzt darum gehen, „sämtliche Optionen des Austrittsvertrags genau zu prüfen, um einen harten Bruch unbekannten Ausmaßes zu verhindern“, so der BDI-Hauptgeschäftsführer.