„Beam me up, Scotty“ | Der BMW i8 im Presse Augsburg-Test

362 Pferdestärken. 570 Newtonmeter. Null auf Hundert in 4,4 Sekunden. Dreizylinder. 1,5 Liter Hubraum. Elektromotor. EU-Normverbrauch 2,1 Liter. Wo ist der Fehler? Oder gibt es keinen? Wir haben uns den bayerischen Hightech-Sportler „BMW i8“ einmal etwas näher angesehen.

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Kein Kompromisse, sondern die optimale Kombination von Fahrfreude und Verantwortung verspricht der BMW i8 | Foto: Sebastian Pfister

Der flachen Rennflunder liegt ein komplett neuer Denkansatz zugrunde: Kein Kompromiss, sondern die optimale Kombination von Fahrfreude und Verantwortung. Ein technischer Spagat, den es in dieser Form bislang nicht gab.  BMW will mit dem i8 eine neue Ära einläuten und setzt damit die Konkurrenz mächtig unter Druck. Mit dem i8 werden „traditionelle Sportwagenkonzepte in Frage gestellt“, meint BMW-Entwicklungschef Dr. Herbert Diess. Es handele sich um das „wahrscheinlich revolutionärste Auto, das BMW je entwickelt und gefertigt hat“.

Mit Münchens neuer Rennflunder unterwegs im Bahnpark Augsburg und im GVZ Augsburg (Güterverkehrszentrum)

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Und da hat er nicht ganz Unrecht. Für sich alleine betrachtet würde wahrscheinlich niemand auf die Idee kommen, die verbauten Motoren in Verbindung mit einem Sportwagen oder gar „Porsche-Killer“ zu bringen. Zwar sind ein 1,5 Liter Dreizylinder-Benzinmotor und ein 131 PS Elektromotor sicher auch jeweils alleine in der Lage, ein Fahrzeug mit knapp 1,5 Tonnen alltagstauglich in Bewegung zu bringen. Doch was BMW durch die Kombination beider Komponenten geschaffen hat ist wirklich beachtlich.

Auf Tempo 100 beschleunigt der Ökosportler in nur 4,4 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist zugunsten der Reichweite auf 250 km/h begrenzt. Diese beträgt rund 35 Kilometer im reinen Elektro-Modus, mehr als 500 Kilometer im Hybridbetrieb. Zugegebenermaßen handelt es sich beim angegebenen EU-Normverbrauch von 2,1 Litern auf 100 Kilometer um einen eher theoretischen Wert, da hier der Verbrauch auf die ersten 100 Kilometer berechnet wird und dazu die erste Akkuladung quasi ohne Wertung mit einfließt.  So weit die Norm. Was aber heißt das im Alltag? Bei unseren Testfahrten kam der i8 auf reale Verbräuche um die sieben Liter, für einen Sportwagen dieser Leistungsklasse durchaus asketisch.

Auch innen ein Stück „Raumschiff“, der BMW i8

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Möglich macht dies vor allem konsequenter Leichtbau. Der Einsatz des leichten und crashsicheren Hightech-Werkstoffs CFK (carbonfaserverstärkter Kunststoff) führt bei mindestens gleicher Festigkeit zu Gewichtseinsparungen von 50 Prozent gegenüber Stahl beziehungsweise rund 30 Prozent im Vergleich zu Aluminium. Dadurch wird das zusätzliche Gewicht des Elektromotors und des Hochvoltspeichers kompensiert.  So kommt der i8 auf ein Gewicht von nur 1.485 Kilogramm, nicht mehr als ein „klassisch“ betriebener 911er der Stuttgarter Kollegen.

Wichtige Daten im Überblick (Herstellerangaben)
Höchstgeschwindigkeit rein elektrisch in km/h120
Höchstgeschwindigkeit in km/h250
Beschleunigung 0–100 km/h in s4,4
Maximale Reichweite elektrisch in km37
Maximale Gesamtreichweite in km500
Ladedauer HV-Batterie bei 3,7 kW / 12 A (normale Steckdose) auf 80% in Stunden2,5

Die mittig im Fahrzeug angeordnete Batterieeinheit zwischen den Vordersitzen sorgt für einen tiefen und zentralen Schwerpunkt. Die Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse ist beim BMW i8 nahezu perfekt im Verhältnis 50:50 ausbalanciert. In schnellen Kurven wird dennoch ein leichtes Untersteuern spürbar.

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Fährt trotz leichter Tendenz zum Untersteuern fast wie auf Schienen: Der BMW i8 | Foto: Sebastian Pfister

Aber es ist nicht nur die Technik, es ist auch das völlig neue Fahrgefühl und Design, das begeistert. Nahezu geräuschlos „schwebt“ man mit diesem „Raumschiff“ im Elektro-Only-Modus durch die Stadt und hegt erste Zweifel: Warum dreht sich niemand nach diesem Wunderwerk der Technik um? Richtig, sie können es nicht hören. Das ändert sich aber schnell per Knopfdruck. Jetzt harmonieren der Elektromotor vorne und der 231 PS Dreizylinder im Heck des Fahrzeugs optimal. Das spürt der Fahrer und das hören die Passanten. Schnell werden die Smartphones gezückt und Erinnerungsfotos geschossen, denn riesige Stückzahlen sind von dem bayerischen Technologieträger noch nicht unterwegs und sogar willige Käufer müssen sich gedulden. Der in Leipzig produzierte i8 ist trotz Preisen ab 126.000 Euro quasi ausverkauft.

Alle Bilder des neuen BMW i8 im Überblick