Die Bedeutung von Kohlestrom in Deutschlands Energiemix ist weiter angewachsen. Der im ersten Halbjahr 2022 erzeugte und ins Netz eingespeiste Strom stammte zu knapp einem Drittel (31,4 Prozent) aus Kohlekraftwerken, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit.

Die Einspeisung von Kohlestrom nahm im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 um 17,2 Prozent zu, obwohl die aus konventionellen Energieträgern erzeugte Strommenge gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,1 Prozent auf einen Anteil von 51,5 Prozent des eingespeisten Stroms zurückging. Im ersten Halbjahr 2021 betrug dieser Wert noch 56,2 Prozent. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen stieg um 12,1 Prozent auf einen Anteil von 48,5 Prozent (erstes Halbjahr 2021: 43,8 Prozent). Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2022 laut Statistischem Bundesamt in Deutschland 263,2 Milliarden Kilowattstunden Strom ins Netz eingespeist.

Das waren 1,3 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2021. Während die Kohle wie bereits im ersten Halbjahr und im Gesamtjahr 2021 der wichtigste Energieträger in der Stromerzeugung war, nahm die Bedeutung von Erdgas weiter ab. Die Stromerzeugung aus Erdgas ging im ersten Halbjahr 2022 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17,9 Prozent auf einen Anteil von nur noch 11,7 Prozent der eingespeisten Strommenge zurück. Die Stromerzeugung aus Kernenergie verringerte sich unterdessen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 um 50,8 Prozent auf einen Anteil von 6,0 Prozent an der eingespeisten Strommenge (erstes Halbjahr 2021: 12,4 Prozent).

Der Grund für den deutlichen Rückgang ist die Abschaltung von drei der sechs bis dahin noch im Betrieb befindlichen Kernkraftwerke zum Jahresende 2021 im Rahmen des Ausstiegs aus der Atomenergie. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien stieg im ersten Halbjahr 2022 gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich um 12,1 Prozent. Dabei stieg die Einspeisung aus Windkraft um 18,1 Prozent auf einen Anteil von 25,7 Prozent an der eingespeisten Strommenge. Der hohe Anstieg bei der Photovoltaik lag hauptsächlich an der ungewöhnlich hohen Zahl an Sonnenstunden im ersten Halbjahr 2022.

Die nach Deutschland importierte Strommenge sank im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2021 um 9,1 Prozent gesunken. Besonders deutlich waren den Statistikern zufolge die Rückgänge mit -58,9 Prozent bei den Stromimporten aus Frankreich. Erstmals seit Beginn der Statistik im Jahr 1990 wurde ein Exportüberschuss bei Strom gegenüber Frankreich gemessen.

Foto: Tagebau Hambach, über dts Nachrichtenagentur

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