Befreiungsschlag für die Handballer des VfL Günzburg – Weinrote gewinnen bei Aufsteiger HBC Nürnberg

Nach bislang nur 1:5-Punkten stand der VfL Günzburg vor seiner Auswärtsfahrt zu HBC Nürnberg gehörig unter Druck. Beim Aufsteiger sollte endlich der erste Sieg hier. Diese Bewährungsprobe bestand die Mannschaft und kehrte glücklich und abgekämpft mit einem 25:33 (9:16) aus Mittelfranken zurück.

Vfl Guenzburg

Dabei standen die Vorzeichen unter gar keinem guten Stern. Zur altbekannten Verletztenliste kamen am Montag nach und nach Viruserkrankungen dazu. Drei Torwarte und ganze sechs Feldspieler kamen zum Abschlusstraining, zwei hörten der Videobesprechung müde mit Maske zu. Vieles erinnerte an die Gott-verdammte Corona-Zeit. Ob man überhaupt spielt stand zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch nicht fest.

Abteilungsleiter Torsten Zofka bemühte sich hinter den Kulissen eifrig um eine Spielverlegung. Verständlicherweise hat der Bayerische Handballverband davor hohe Hürden gestellt. Nur bei höherer Gewalt oder wenn aus dem gesamten Männerkader, dazu gehören auch 3. oder 4. Mannschaften, was wirklich wenig Sinn macht, nur noch die Mindestanzahl übrig bleibt wird ein Spiel von Amts wegen abgesetzt. Ansonsten müsse man sich einigen. Die Chancen darauf sind so kurzfristig freilich gering. Sportlich sehr fair zeigten sich die HBC-Verantwortlichen allerdings doch gesprächsbereit, obwohl eine Verlegung nur Nachteile und Organisationsstress für sie bedeutet hätte. Dafür ist ihnen der VfL Günzburg sehr dankbar. Den Schlussstrich setzte dann der Staffelleiter, dem das alles zu kurzfristig war, satzungstechnisch in Ordnung, aus der Coronazeit hätte man auch andere Schlüsse ziehen können. Viren kennen kennen weder Fristen noch Gnade.

Und so fuhren drei Torwarte, acht Feldspieler, drei davon erkrankt und die tapferen A-Jugendlichen Joseph Stotz und Luca Bosch mit etwas Bammel nach Mittelfranken.

Der Start gelang mit 0:4 prächtig Irgendwie schien der Druck gegen eine ersatzgeschwächte Mannschaft unbedingt die ersten Heimpunkte zu holen, die Gastgeber zu lähmen. Mannschaftspapa Patrick Bieber, in Personalunion Torwart, hatte fleißig Video geschaut und vernagelte seinen Kasten förmlich. HBC erholte sich und glich erstmals zum 6:6 aus. Führte beim 7:6 durch Johan Fischer einmalig. Das Geschehen wog kurzzeitig hin und her, nach dem 7:7 durch den überragenden Kilian Weigl gab die VfL-Abwehr mal wieder das beste und 6 Minuten später stand ein 7:11 auf dem Spielbericht. Ein weiterer Zwischenspurt von 9:11 auf 9:16 durch David Pfetsch ergab den Halbzeitstand.

Bereits in der 38, Minute war beim 12:22 erstmals ein Zehn-Tore-Vorsprung hergestellt: Das war an diesem Tag bereits die Vorentscheidung. Die HBC-Spieler fanden nur noch selten ihre Form. Unter dem Jubel seiner Mitspieler erzielte der A-Jugendliche Luca Bosch sein erstes Bayernligator zum 23:33, ehe Maximilian Maußner und Johan Fischer den 25:33-Schlusspunkt setzten.

Das liest sich alles sehr einfach, war es gar nicht. Ganze vier Innenverteidiger (Alexander und Stephan Jahn, Kilian Weigl und Yannick Meye) kamen zum Einsatz, mussten durchhalten und durften keine Rote Karte bekommen, Yannick Meye und Kilian Weigl mussten ganz durchspielen, aus energetischen Gründen wurde auf den Gegenstoß verzichtet. Diesmal passte die Wurfeffektivität. Nico Jensen und Kilian Weigl hielten vorne die Spielfäden fest in der Hand. Hinzu kam eine ausgezeichnete Schiedsrichterleistung von Lars Gruner und Benjamin Mahler.