Behinderten-Beauftragter bemängelt Corona-Impfverordnung

Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, kritisiert, dass nach der neuen Impfverordnung Behinderte oder Personen mit seltenen, schweren Vorerkrankungen keine Impfung mit höchster Priorität bekommen können. Zwar gebe es nach der Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Einzelfallprüfungen für solche Menschen, allerdings nur in den nachfolgenden Kategorien, sagte Dusel dem „Spiegel“. Für Menschen, die aufgrund ihrer Lebensumstände ein sehr hohes Infektionsrisiko hätten, etwa taubblinde Personen, sei sogar „gar keine Einzelfallentscheidung vorgesehen“, so der Bundesbeauftragte.

Dts Image 12729 Apgqenjtnq 3121 800 600Rollstühle im Krankenhaus, über dts Nachrichtenagentur

Er habe „das Bundesministerium für Gesundheit“ auf diese und weitere Mängel hingewiesen, sagte er dem „Spiegel“. Warum diese Hinweise nicht aufgenommen wurden, könne „nur der Minister beantworten“. Darüber hinaus fordert Dusel laut „Spiegel“ ein „Gesamtkonzept“ für die Corona-Schutzmaßnahmen.

Personen, die bereits bei der Impfung Vorrang haben, bekämen auch vorrangig Masken und Schnelltests. Dabei würden diese vor allem von Menschen benötigt, „die noch nicht geimpft sind“, sagte der Behindertenbeauftragte dem „Spiegel“.