Das Bergrennen in Mickhausen, vielen unbekannt, aber doch für viele Motorsportfans die letzte Station im Jahr. Nach zwei Jahren Pause fand es am vergangenen Wochenende endlich wieder statt. Die Fahrer, Zuschauer, Anwohner und Teammitglieder konnten es nicht erwarten. Für sie alle ist klar, der deutsche Bergrennsport blühte nach zwei Jahren Abstinenz wieder auf. Da eignet sich Mickhausen eben für alle, denn das Bergrennen ist Motorsport zum Anfassen.

Wer hier eine normale Rennstrecke erwartet, über die 2,2 Kilometer Länge, mit Boxengasse und vielem mehr, der liegt eindeutig falsch. Die Sportwagen stehen in den von den Anwohnern geräumten Garagen. Langjährige Freundschaften zwischen Teams, Fahrern und Hausherren haben sich entwickelt – eigentlich eine komplett heimelige Atmosphäre. „Die Leute sind top drauf und so weiter die Hausherrn bei uns sind super“, berichtet Rennfahrer Armin Ebenhöh. „Ja, das ist schon familiär, also wir haben ja schon eine Freundschaft geschlossen mit den Hausherren, mit den Hafners. Wir dürfen jedes Jahr her. Wir können alles nutzen von Strom von Wasser, egal was wir brauchen. Die Werkstatt, alles Werkzeug ist einfach top“. Auch Anwohner Werner Weiß sieht es ähnlich: „Auch wir haben mega Freundschaften geschlossen. Es sind schöne Abende, die man da jedes Jahr aufs Neue miteinander verbringen kann. Es ist einfach jedes Jahr wieder schön. Ja, also hier ist es selbstverständlich, dass da so ziemlich jeder Anwohner was möglich ist, für die Rennfahrer zur Verfügung stellt“.

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© vifogra / Goppelt

Natürlich kommt auch der Spaß bei allen nicht zu kurz, trotz des kühlen und feuchten Wetters. „Einfach wieder leben im Ort, da ist Action geboten. Also wir lieben das Action-Spektakel natürlich mega und freuen uns jetzt, dass wir alle wieder beisammen sind. Ja, natürlich, das Wetter kreuzt uns natürlich immer in die Karten“, so Weiß. Zuschauer Michael Metzger, der jetzt schon mindestens zum zehnten Mal in Mickhausen ist, sieht es gelassen: „Och, dicke Winterkleidung. Also ich hab noch ein paar Jacken dabei, falls ich heut eingenässt werde, ist noch was Trockenes vorhanden für morgen.“

Doch Rennorganisator Hinrich Groeneveld plagen noch andere Sorgen als das Wetter, auch wenn das sicherlich noch irgendwie mit reinspielt: „Also die Begeisterung bei den Leuten ist schon da, aber es stellt uns vor enorme Schwierigkeiten, das Rennen zu organisieren“. 180 Fahrer hätten teilnehmen können, angemeldet hatten sich nur 131. Das Geld fehlt in der Tasche und zudem ist die Routine beim Team nicht mehr so vorhanden, wie beim letzten Rennen 2019. Bereits da hat der Verein 50.000 Euro drauflegen müssen, das ist nicht mehr drin. „Deswegen sparen wir, wo wir können und versuchen einzunehmen, wo was einzunehmen ist, bei Zuschauern, bei den Geldsponsoren. Wir kämpfen, aber es ist nicht so einfach“, so Groeneveld. Ein Faktor, der hier auch laut Groeneveld mit reinspielt: „Bei den Spritkosten vielleicht hat sich dadurch der eine oder andere abschrecken lassen“. „Es wird schwieriger…Natürlich die Spritkosten sind teurer und das Ganze…Man muss natürlich überlegen, ob man jedes Rennen fährt oder ob man dann taktiert und sagt von den elf Läufen die gesamt gefahren werden fährt man nur die besten oder ob es möglich ist alle elf starten“, ergänzt Rennfahrer Armin Ebenhöh.

Bleibt nur zu hoffen, dass sich das Bergrennen in Mickhausen 2022 gelohnt hat, denn so viel Tradition darf einfach nicht verloren gehen. „Ja, es sind alle eigentlich total down, weil sie alle mit dem was wir erreichen wollten, aufgrund dessen vom Wetter her natürlich nicht erreichen werden, wahrscheinlich.. Und sie haben natürlich besonders Angst, dass es dann das letzte Mal war und momentan schaut es jetzt nicht so toll aus. Was ich gesehen habe an der Strecke sind jetzt nicht so viele Zuschauer, das ist das Traurige“, erklärt Rennfahrer Wolfgang Glas. Trotzdem hofft natürlich jeder, dass es ein Wiedersehen 2023 in Mickhausen gibt, wenn es wieder heißt, das Bergrennen startet.