Der Attentäter von Halle, Stephan B., hat laut eines Zeitungsberichts 45 „Sprengvorrichtungen“ wie Rohrbomben und Handgranaten besessen. Sie würden derzeit kriminaltechnisch untersucht, berichtet die „Welt“ unter Berufung auf Ermittlerkreise. Der Tatverdächtige habe angegeben, die mitgeführten Waffen und Munition sowie den Eigenbau selbst organisiert zu haben.

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Woher das Geld stammt, um sich dieses Waffenarsenal zu besorgen, werde derzeit noch ermittelt. Auffällig sei, dass auf dem Konto von B. kaum Eingänge verzeichnet seien. Die Waffen habe B. seinen Auskünften zufolge im Internet bestellt, berichtet die Zeitung weiter.

Nach Einschätzung von Ermittlern habe die selbstgebaute Waffe, mit der B. auf die Eingangstür der Synagoge in Halle schoss nicht die gleiche Durchschlagswirkung wie eine konventionelle Waffe gehabt. Das sei der Grund dafür, dass die Tür dem Angriff des Attentäters am 9. Oktober standhalten konnte. Inzwischen habe Deutschland an die USA Rechtshilfeersuchen gerichtet, um Informationen von US-Betreibern von Internet-Plattformen im Zusammenhang mit Halle zu erhalten, berichtet die „Welt“. Grund seien Nutzer, die den ins Netz gestellten Live-Stream der Tat verfolgt hatten.

Dabei soll es sich laut Ermittlern um einen europäischen Account und zwei aus Übersee handeln. Bei den Vernehmungen soll B. gesagt haben, dass er ein Rassist und Antisemit sei, „aber kein Nazi.“ Er sei ein Einzelgänger und „nicht-sozialer Mensch“, der so gut wie keine Kontakte zu anderen Menschen unterhalten habe. Allerdings gilt Halle nach Einschätzung des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) als ein „Hotspot“ der Identitären Bewegung und der rechten Szene.

Ob der Attentäter mit ihnen in irgendeiner Form in Verbindung stand, werde noch untersucht, berichtet die Zeitung weiter. B. habe sich für mehrere Jahre als Soldat bei der Bundeswehr verpflichten wollen. Der 27-Jährige, der in Halle einen Anschlag auf die Synagoge verübte und zwei Menschen ermordete, habe vorgehabt, für acht Jahre zur Bundeswehr zu gehen. „Das Motiv sei der Zugang zu Waffen gewesen“, sagte ein Ermittler der „Welt“.

Eine entsprechende Bewerbung bei der Bundeswehr habe B. jedoch zurückgezogen. Der Tatverdächtige soll von Oktober 2010 bis März 2011 seinen Grundwehrdienst abgeleistet haben, berichtet die Zeitung weiter.