Das Auswärtige Amt soll offenbar eine nachgeordnete Behörde bekommen, die „voraussichtlich“ Bundesamt für auswärtige Angelegenheiten heißen soll. Das berichtet die „Welt“ (Mittwochsausgabe) unter Berufung auf den noch nicht veröffentlichten Bericht des Ministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestages. Die Planung des Auswärtigen Amtes „korrespondiert mit einer aktuellen Bemerkung des Bundesrechnungshofes“, in der die Zuwendungspraxis des Ministeriums beanstandet wird, heißt es in dem Bericht weiter. Auswärtiges Amt, über dts Nachrichtenagentur

In der „Bemerkung“ hatte der Bundesrechnungshof scharfe Kritik am Ministerium geübt. Verwendungsnachweise über nahezu 2,5 Milliarden Euro seien weder vom Auswärtigen Amt selbst noch von anderen Stellen wie etwa dem Bundesverwaltungsamt „hinreichend geprüft“ worden. Auch habe das Auswärtige Amt „keinen Gesamtüberblick“ über alle aus dem Einzelplan 05 finanzierten Zuwendungen und „keine Kenntnis über den Bearbeitungsstand seiner Zuwendungsverfahren“.

Die Übertragung dieser Aufgaben weise „zahlreiche Schwächen“ auf, monierte der Rechnungshof. Doch auch die Bearbeitung der noch beim Auswärtigen Amt verbleibenden Zuwendungsfälle sei vielfach „unzulänglich und das schon seit langem“, so der Bundesrechnungshof weiter. Laut des Berichts des Auswärtigen Amtes an den Haushaltsausschuss soll die neue Behörde im Laufe des Jahres 2020 aufgebaut werden und 2021 seine Arbeit aufnehmen. Das Bundesamt dürfte mittelfristig zwischen 500 und 1.000 Mitarbeiterstellen bekommen, wird in Berlin geschätzt.