Bericht: EEG-Umlage steuert auf Rekordhoch zu

Die Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien droht im kommenden Jahr ein Rekordhoch von 8,6 Cent je Kilowattstunde zu erreichen – ein Anstieg um mehr als 27 Prozent. Das geht aus Berechnungen des Thinktanks Agora Energiewende hervor, über welche die „Süddeutsche Zeitung“ (Dienstagsausgabe) berichtet. Derzeit liegt die Umlage bei 6,76 Cent je Kilowattstunde, bezahlt wird sie über die Stromrechnung.

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Deutschlands Verbraucher stehen damit vor deutlichen Mehrkosten – und das ungeachtet der geplanten Senkung der Umlage. Vom kommenden Jahr an sollen Einnahmen aus dem neuen CO2-Preis auf Heiz- und Kraftstoffe die Ökostrom-Umlage drücken – und damit Strom als Alternative zu fossilen Brennstoffen attraktiver machen, etwa in Wärmepumpen oder Elektroautos. Die nötigen Beschlüsse hatte das Bundeskabinett erst vergangene Woche gefasst. Doch nach den Berechnungen des Thinktanks Agora Energiewende dürfte diese Entlastung verpuffen. Statt die Umlage zu senken, werde lediglich ihr Anstieg gebremst, auf 7,1 Cent. Hintergrund ist der Mechanismus des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, kurz EEG. Denn aus den Milliarden, die Monat für Monat an „EEG-Umlage“ zusammenkommen, wird den Betreibern von Wind- und Solaranlagen, Biomasse- oder Wasserkraftwerken eine vorab festgelegte Mindestvergütung gezahlt. Diese Vergütung ist starr – der Preis aber, zu dem Strom an den Börsen verkauft wird, schwankt. Die Folge: Je niedriger der Börsenpreis für Strom, desto mehr muss aus dem EEG-Konto draufgelegt werden. Die neuen Zahlen dürften die Debatte um eine gezielte Absenkung der Umlage befeuern. Zuletzt hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) gefordert, die EEG-Umlage zu stabilisieren. Auch die CSU will die Höhe der Umlage deckeln, um höhere Strompreise zu verhindern. Agora Energiewende geht noch weiter: Mit einem Zuschuss aus dem Bundeshaushalt von fünf Cent je Kilowattstunde solle der Satz auf 3,6 Cent gesenkt werden, fordert der Thinktank. „Wir haben gerade eine seltene Gelegenheit“, sagte Agora-Chef Patrick Graichen der „Süddeutschen Zeitung“. Einerseits bräuchten die Menschen mehr Geld im Portemonnaie, andererseits müsse das Land auf Strom als klimafreundliche Alternative zu fossiler Energie umschwenken. „Beide Ziele lassen sich mit einer deutlichen Senkung der EEG-Umlage gut erreichen“, so der Agora-Chef.