Die Berlinale will ihre Filme ab sofort anders auswählen. Das bisherige „System haben wir geändert“, sagte der neue künstlerische Leiter Carlo Chatrian der „Welt“ (Mittwochsausgabe). Es gebe zwar weiter Berlinale-Repräsentanten „für große oder knifflige Länder“ wie die USA und China. Berlinale, über dts Nachrichtenagentur

Ansonsten habe er aber die „Länderscouts“ abgeschafft, für die es in den vergangenen Jahren Kritik gab. „Wir haben ein sehr internationales Auswahlkomitee zusammengestellt, und das hat die Aufgabe, selbst das Angebot auszukundschaften. Jemand, der nur ein Land oder eine Region betreut, wird zu einer Art Torwächter. Ich ziehe Leute vor, die irgendwo hinreisen, aber nicht fest dort verwurzelt sind. Reisen müssen sein, aber vor allem geht es um das Netz, das jemand hat. Es gibt genug technische Möglichkeiten, Kontakt zu halten.“

Chatrian hält nichts davon, Streamingkanäle wie Netflix generell von Festivals auszuschließen.

Festivals sollten „als eine Chance betrachtet werden, nicht als eine geschlossene Tür. Und zwar, um die Leute ins Kino zu bringen, denn was wir bieten, ist das geteilte Erlebnis auf der großen Leinwand. Wir sollten die Diskussion, derer ich mir bewusst bin, nicht auf Ja oder Nein, Netflix oder Amazon verengen.“ Mariette Rissenbeek, die neue Berlinale-Geschäftsführerin, ergänzte: „Die aktuell geltenden Berlinale-Regeln sollen aufrecht erhalten bleiben. Das heißt wenn ein Kinostart vorgesehen ist, können auch Filme von Streamingplattformen laufen. Der Ort Kino bleibt für uns eine Priorität.“